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| Schwerpunktthema: Die weibliche Genitalverstümmelung in Europa und Afrika Praktiken
der Genitalverstümmelung wurden während langer Zeit von uns kaum wahrgenommen.
Bestenfalls wurden sie als traditionelle Riten eher exotischer Völker eingeordnet.
Immerhin: Im Befreiungskampf von Eritrea wurden Genitalverstümmelungen thematisiert und
Aufklärungskampagnen durchgeführt.
Heute wissen wir viel mehr über diese im ganzen nördlichen Afrika von Senegal bis
Somalia durchgeführten Eingriffe in die körperliche Integrität von Frauen. Die
Immigration zahlreicher Afrikanerinnen und Afrikaner konfrontiert nun auch uns mit
Praktiken der Genitalverstümmelung.
Mit einem Hintergrundartikel von Frau Solange Nzimegne, Ärztin und Mitbegründerin von
DAFI, der Deutsch-Afrikanischen Frauen-Initiative, und Beispielen von
Aufklärungskampagnen aus Mali, Guinea-Bissau und Eritrea.
Die Verbreitung der Praxis der Genitalverstümmelung in Afrika
| Land |
Geschätzte Zahl der
Betroffenen |
Typ der Genitalverstümmelung |
| Ägypten |
80 % |
Klitoridektomie, Exzision,
Infibulation |
| Äthiopien |
90 % |
Klitoridektomie, Exzision |
| Benin |
50 % |
Exzision |
| Burkina Faso |
70 % |
Exzision |
| Demokrat. Rep. Kongo |
5 % |
Exzision |
| Djibouti |
90-98 % |
Exzision, Infibulation |
| Elfenbeinküste |
60 % |
Exzision |
| Eritrea |
90 % |
Klitoridektomie, Exzision,
Infibulation |
| Gambia |
60-90 % |
Exzision, Infibulation (wenig) |
| Ghana |
15-30 % |
Exzision |
| Guinea |
70 % |
Klitoridektomie, Exzision,
Infibulation |
| Guinea-Bissau |
50-80 % |
Klitoridektomie, Exzision |
| Kamerun |
20 % |
Klitoridektomie, Exzision |
| Kenia |
70 % |
Klitoridektomie, Exzision,
Infibulation (östlich) |
| Liberia |
50-60 % |
Exzision |
| Mali |
90 % |
Klitoridektomie, Exzision,
Infibulation (im Süden) |
| Mauretanien |
30 % |
Klitoridektomie, Exzision |
| Niger |
20 % |
Exzision |
| Nigeria |
50 % |
Klitoridektonie, Exzision,
Infibulation (im Norden |
| Senegal |
20 % |
Exzision |
| Sierra Leone |
80-90 % |
Exzision |
| Somalia |
98 % |
Infibulation |
| Sudan |
89 % |
Infibulation, Exzision in
einigen Fällen |
| Tanzania |
10 % |
Exzision, Infibulation |
| Togo |
12 % |
Exzision |
| Tschad |
60 % |
Exzision, Infibulation |
| Uganda |
5 % |
Klitoridektomie, Exzision |
| Zentralafrikanische Republik |
50 % |
Klitoridektomie, Exzision |
Der aktuelle Kommentar
In den vergangenen Wochen lieferte vor allem Zimbabwe Schlagzeilen. Mit diesem Land
verbindet das Afrika-Komitee ein langjähriges Engagement. Wahlkampf und Wahlgang waren
weder "free and fair", also weder frei noch fair. Zimbabwer sagen mit dem ihnen
eigenen Humor, die Wahlen waren "flee and fear", was sich etwas holprig mit
"Fliehen und Angst" übersetzen lässt... Derweil schlittert die Wirtschaft des
Landes immer weiter in die Tiefe. Die Inflation liegt bei 120 Prozent, das
Wirtschaftswachstum ist mit über minus 6 Prozent negativ. Bereits leidet mehr als 2,5
Millionen Menschen, also 20 Prozent der Bevölkerung, Hunger...
Wirtschaftsartikel
Air Afrique am Ende:
40 Jahre nach der Gründung Konkurs
Air Afrique war während Jahrzehnten eine der renommiertesten Fluggesellschaften
Afrikas, die vor allem in Westafrika zahlreiche Destinationen bediente. Daneben flog Air
Afrique Paris, Rom, Lissabon und New York an, im Nahen Osten Jeddah und Abu Dhabi und in
Afrika Johannesburg und Nairobi. Damit wies Air Afrique ein hervorragendes Liniennetz auf,
das sich durchaus mit demjenigen anderer afrikanischer Gesellschaften, so etwa der
renommierten äthiopischen Ethiopian Airlines, vergleichen liess. Was führte zum Konkurs?
Die aktuellen Kurzmeldungen
Moçambique: Land für zimbabwische Farmer.
Namibia: Landfrage angepackt.
Der Euro in Afrika.
Pharmaindustrie: Kampf gegen Biopiraterie.
Kongo: Friedensradio auf Sendung.
Afrikanische Volkswirtschaften: Mehrheitlich hohes Wachstum.
Die Alternative: Meerwasserentsalzung wird finanzierbar
Sowie:
Aktuelle Bücher und CDs
Berichte aus dem Afrika-Komitee |
| Das Afrika-Bulletin |
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Redaktion:
- Hans Ulrich Stauffer, baud.stauffer@bluewin.ch
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