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| Editorial Seit
dem Ende des Bürgerkrieges in Mozambique und mit der Abhaltung erster allgemeiner Wahlen
1994 geht es mit dem Land aufwärts. Kriegsbedingter Hunger gehört der Vergangenheit an,
ja das Land, in dem noch immer vier Fünftel der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt
und dies vor allem als SelbstversorgerInnen, konnte sogar in vergangenen Jahren
Überschüsse an Nahrungsmitteln erzielen. In der industriellen Wirtschaft sieht die
Bilanz etwas anders aus: Zwar hat sich in einzelnen Zweigen die Industrie etwas erholt. In
anderen Bereichen, beispielsweise in der verarbeitenden Industrie der Cashew-Nüssen,
erfolgte aufgrund der Überproduktion auf dem Weltmarkt ein nahezu vollkommener
Zusammenbruch.
In den letzten Jahre ist Mozambique ein
Riesenland mit rund 800'000 km2 Fläche und etwa 18 Millionen Menschen
aufgrund der raschen Erholung von den kriegsbedingten Wunden oft als Musterknabe
bezüglich wirtschaftlicher Entwicklung hingestellt worden, umso mehr, als die
mozambiquanische Regierung Rezepte der Weltbank bezüglich Liberalisierung befolgt hat.
Auch die neue Gesetzgebung bezüglich Landeigentum und Landverteilung wird als eine der
demokratischsten bezeichnet. Gründe genug, Mozambique mit hoffnungsvollem Blick in dieser
Zeit zu begleiten.
Heute zeigen sich jedoch auch Schattenseiten in der
Entwicklung. Zum Einen ist das Pro-Kopf-Einkommen im letzten Jahr nach stetem Anstieg in
den Vorjahren wieder gesunken, und dies nicht nur in der Gegend um die Hauptstadt Maputo
mit ihren Industrie- und Gewerbebetrieben, sondern auch im ländlichen Norden. Zudem ist
unter Mozambique-KennerInnen die Frage aufgetaucht, wie aussagekräftig denn überhaupt
Statistiken über Bruttosozialeinkommen etc. sind vor dem Hintergrund, dass diese
Statistiken auf den Ergebnissen ganz weniger Betriebe rund um die Hauptstadt Maputo
beruhen. Und als grösste Gefahr, welche die Errungenschaften bedroht, wird die nun auch
in Mozambique rasch zunehmende AIDS-Epidemie betrachtet.
Wirtschaftliche Entwicklung, Liberalisierung, ein
schwacher Staat mit nach wie vor sehr vielen wenig bis schlecht verdienenden Menschen
das ist ein idealer Nährboden für Korruption und Kriminalität. Die Ermordung
mehrerer Menschen, die sich gegen Korruption und Kriminalität stemmten, wie etwa des
Journalisten Cardoso, zeigen dies deutlich.
Hans-Ulrich Stauffer
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"Ökotourismus" und traditionelle
Kleinfischerei im Clinch
Problematisches Tourismusprojekt auf den Bazaruto-Inseln in
Mozambique Am 14. Dezember 2001
hat die Regierung des südostafrikanischen Staates Mozambique die gesamte Inselgruppe
Bazaruto, die den Küstenstädten Vilanculo und Inhassoro vorgelagert ist, zum maritimen
Naturreservat erklärt. Viele der Korallenriffe und artenreichen Seegras-, Mangroven- und
Dünengebiete der fünf Inseln waren bereits 1971 also noch vor der Unabhängigkeit
des Landes - als Nationalpark unter Schutz gestellt worden. Jetzt kommen weitere
14000 Hektaren Meeresfläche hinzu.
Die Naturschutzorganisation Worldwide Fund for
Nature (WWF) begrüsst die Nationalparkerweiterung als Meilenstein für den
ostafrikanischen Meeresschutz und erwartet einen enormen Aufschwung im naturorientierten
Tourismus Mozambiques, erklärt WWF-Meeresbiologin Ghislaine Llewellyn gegenüber der
Medienagentur Environment News Service.
Doch bereitet gerade die touristische
Entwicklung des Archipels, der sich als Destination für Tauchende und
"Öko-AbenteurerInnen" einen Namen gemacht hat, der lokalen WWF-Sektion und den
InselbewohnerInnen Sorgen, wie der südafrikanische Journalist Tamsyn Reynolds in seinen
Recherchen 2001 festgestellt hat. Anlass zu Befürchtungen geben drei grössere
Tourismusprojekte, die allesamt von südafrikanischen bzw. südafrikadominierten
Investorengruppen vorangetrieben werden. Alle drei Firmen so Reynolds nennen
ihre Vorhaben "Ökotourismus" und versichern, dass die Lokalbevölkerung in die
Planung miteinbezogen und ebenso wie die intakte Natur vom Tourismusprojekt
profitieren werde.
Aber ob hier wirklich die Natur in ihrer
ursprünglichen Form bewahrt und erlebt werden soll, ist zweifelhaft. Im kürzlich
eröffneten Indigo Bay bietet Mantis Collection ihren "ÖkotouristInnen" das
volle Programm: 23 klimatisierte Bungalows mit Satellitenfernsehen, Poolanlage,
Inselfahrten, Wasserski und andere Trendsportarten. Um den Komfort für Badegäste zu
erhöhen, wurde das wellenbrechende Strandriff entfernt. Feuchtgebiete wurden zudem
trockengelegt.
Auch das Tourismusprojekt "Vilanculos
Coastal Wildlife Sanctuary", das die Halbinsel San Sebastião sowie die Inseln Lenene
und Chilonzwini umfassen soll, ist ökologisch nicht unbedenklich. Die investierende Firma
Jordan Properties möchte hier Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel und Nashörner
ansiedeln, um mit den "Big Five" TouristInnen anzuziehen. Umweltfachleute
protestieren, denn das fragliche Gebiet sei für diese Tierarten absolut ungeeignet.
Gravierender jedoch dürfte sich
"Vilanculos Sanctuary" auf die Lebensbedingungen der 580 Fischerfamilien des
Archipels auswirken. Ganze 70 Prozent der 2700 InselbewohnerInnen leben
hauptsächlich von der Kleinfischerei und dem erfolgreichen Handel mit Fisch und
Meerfrüchten. Doch seit 2001 darf innerhalb des Schongebietes nicht mehr gefischt werden.
Erlaubt ist nur noch das Fischen auf offener See, für das die Boote der Einheimischen
nicht gerüstet sind. "Die Leute fragen sich, wie sie überleben sollen, wenn ein
Gebiet von 30000 Hektaren für sie und ihre Fischerboote nicht mehr zugänglich ist,
weil es zur Schutzzone erklärt wurde", meint Rui Nyantumbu vom WWF in Vilanculos.
Die Tourismusunternehmen versprechen, Schulen
und Arbeitsplätze für Einheimische zu schaffen, doch dies ist ein kleiner Trost, wenn
der Tourismus wie Nyantumbu erklärt die grundlegenden Lebensweisen
verändert. Vielen bleibe keine andere Wahl, als sich Jobs im Tourismus zu suchen. Doch
diese würden mehrheitlich an Auswärtige, Managementpositionen gar an ausländische Kader
vergeben, hält der WWF-Vertreter fest. Die erwartete Bevölkerungszunahme durch
Arbeitsmigration gerechnet wird mit 2,6 Angestellten pro Touristenbett werde
die Inselwelt vor Versorgungs- und Entsorgungsprobleme stellen. Die angestammte
Bevölkerung sei unzufrieden, sagt Nyantumbu, in dessen Augen das Schongebiet nichts mit
Tierschutz zu tun hat. Die Einheimischen seien schlichtweg unerwünscht; Jordan Properties
wollten das Gebiet den TouristInnen vorbehalten. Im September 2001 berichtete die
südafrikanische Zeitung Mail & Guardian, dass mindestens 1000 Menschen ihren
angestammten Lebensraum aufgrund des Vilanculos Sanctuary verlassen müssten. Auch die
Rückkehr als TouristInnen dürfte ihnen aufgrund der hohen Preise verwehrt sein.
Trotz dieser Auswirkungen erachtet der
Tourismusminister Mozambiques, Fernando Sumbana Jnr., das Vilanculos Coastal Wildlife
Sanctuary als zukunftsweisendes Modellprojekt. Der Umweltminister John Kachamila (vgl.
nachfolgendes Gespräch) soll gemäss den Recherchen des Journalisten Tamsyn Reynolds gar
mit 25 Prozent an der investierenden Firma Jordan Properties beteiligt sein.
Hinweis: Dieser Artikel ist vom
Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung verfasst worden und basiert unter anderem auf der
Veröffentlichung von T. Reynolds, International Year of Ecotourism 2002 and a Case Study
from Mozambique, Clearinghouse for Reviewing Ecotourism, November 2001 (www.twnside.org.sg).
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Umweltpolitik heisst Umweltbildung
Gespräch mit John William
Kachamila, Umweltminister von MozambiqueFelix Mulhanga, Pädagoge und stellvertretender Leiter der
Pädagogischen Universität in Maputo, fragte nach den Eckpfeilern der mozambiquanische
Umweltpolitik. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und wegen der besseren Lesbarkeit etwas
freier übersetzt. John William Kachamila, Umweltminster, äussert sich wie folgt.
Fragen der Umwelt haben für uns mit der Entwicklungs
des Landes zu tun, und wenn wir über Entwicklung des Landes nachdenken, denken wir an
nachhaltige Entwicklung. Ohne die Beantwortung der Umweltfragen wird die Entwicklung
gestoppt oder verzögert werden.
Unsere Regierung hat sich als politisches Hauptziel
die Senkung der absoluten Armut gesetzt. Für die Aufgabe der Armutsbekämpfung sind nicht
alleine ökonomische Massnahmen notwendig, sondern auch eine gute Umweltpolitik. Die
Gründe liegen auf der Hand: Mozambique hat viele Umweltprobleme, die Folgen von Armut
sind. Solche Probleme sind Verwüstungen, beispielsweise um die Stadt Tete herum,
Brandrodungen und Erosion. Die Probleme stellen sich als Folgen der Art und Weise, wie die
Landwirtschaft betrieben wird, dar.
Ein Beispiel ist die Jagd, bei der die Menschen Wiesen
abbrennen, um Tiere zu fangen. Die Folgen davon sind Verwüstungen. Ein anderes typisches
Beispiel: 80 Prozent der Leute nutzen Holz als Energiequelle zum Kochen. Daraus
resultieren Schäden durch breite Abholzungen. Erosionsschäden in den Städten werden
durch landinterne Migration verursacht. Viele Leute kommen in die Städte, bauen ihre
Häuser wild und praktizieren ihre Landwirtschaft in den Küstengebieten oder an den
Hängen der Berge. Ein Beispiel der Folgen ist der Bergeinsturz vom Monte Tulin in der
Provinz Zambezia. Auch an der langen Küste Mozambiques entstehen z. B. Probleme durch die
Abholzung von Mangroven. Menschen schneiden Mangroven, um ihre Armut zu bekämpfen.
Was machen wir dagegen? Umwelterziehung ist wichtig.
Durch unsere Nationaldirektion für Umwelt führen wir Bildungsmassnahmen durch, die sich
auf unsere Bevölkerung konzentrieren, insbesondere auf die Kinder. Denn für uns sind
Kinder am wichtigsten, weil sie den Erhalt der Umwelt übernehmen sollen. In diesem
Zusammenhang wird auch die Einführung des Faches Umwelterziehung in der Schule geplant.
Aber die Umweltfragen sind sehr breit. Wir versuchen auch eine Verbindung zu
gesundheitlichen Fragen herzustellen.
Wir wollen insgesamt eine Umweltkultur einführen.
Deshalb erstellen wir Broschüren, die Land, Bäume und Flora erklären. Auch durch
Spiele, Filme, Theater und durch Umweltclubs (es existieren 50) sollen Umwelterzierhung
und Sensibilisierung erreicht werden. Die Clubs werden aktiv: Seit einem Jahr pflanzen sie
jeweils am ersten Schultag Bäume, um die sich die Kinder während des Jahres kümmern,
und auf deren Früchte sie warten.
In der Praxis haben wir grosse Schwierigkeiten:
Meistens betreibt die Bevölkerung eine Landwirtschaft ohne Berücksichtigung der
Umweltelemente. Mit dem Bevölkerungszuwachs wird auch die Suche nach Ressourcen grösser,
weil die Menschen überleben wollen. Die Mangroven z.B. sind in den letzten 30 bis 40
Jahren reduziert worden, denn die Bevölkerung nutzt sie für den Hausbau. Keiner denkt an
die Folgen dieses Tuns. Auch das Anlegen von Feldern an den Hängen der Berge wird weiter
betrieben.
Diese Probleme haben ihre Ursache aber nicht nur in
der Armut, sondern auch im fehlenden Umweltwissen und in sozio-kulturellen
Verhaltensweisen. Die Reaktion der Regierung kann nicht allein das Verbot von Abholzung
sein, weil das nichts bringen würde, sondern es müssen auch alternative Energiequellen
angeboten werden, wohlwissend dass weniger als 10 Prozent der Bevölkerung Zugang zu
elektrischem Strom haben. Aus diesen Gründen ist es auch notwendig, neben den
landwirtschaflichen Gebieten andere bereitzustellen, in denen die Natur geschützt wird.
Hinweis: Das Gespräch wurde im Mosambique
Rundbrief 58 veröffentlicht, herausgegeben vom KoordinationsKreis Mosambik e.V.,
August-Bebel-Strasse 16-18, D 33602 Bielefeld. Wir danken dem KKM für die
Abdruckerlaubnis.
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Korruption als Krebsübel
Bewegung in der Zivilgesellschaft Mozambiqueshus. Mozambique hat seit dem Ende des
Bürgerkrieges 1994 wirtschaftlich grosse Fortschritte gemacht. So ist es heute erstmals
wieder selbstversorgend mit Nahrungsmitteln eine Errungenschaft, die im
afrikanischen Kontext nicht zu unterschätzen ist. Doch mit dem wirtschaftlichen
Aufschwung hat offensichtlich auch die Korruption in weitesten Kreisen der Gesellschaft
zugenommen. Die von "Ethisches Mozambique" zusammen getragenen Zahlen
alarmieren. Wie soll eine Gesellschaft wachsen, wenn kein Vertrauen in Staat und Justiz
besteht? Zu hoffen bleibt, dass die Bemühungen von Organisationen wie "Ethisches
Mozambique" auf fruchbaren Boden fallen und das auch die Unterstützung durch
Präsident Chissano mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Mozambiques beobachten mit Sorge den raschen
Zerfall von Moral und Recht. Unter dem Namen "Ética Moçambique" (Ethisches
Mozambique) ist nun im letzten Jahr eine Organisation gegründet worden, welche die
Sicherung der sozialen Wohlfahrt und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes fördern
will. Abdul Carimo, bekannter Rechtsanwalt und früherer Vizepräsident der
Nationalversammlung findet klare Worte: "Wenn es so weiter geht, wird der
wirtschaftliche Fortschritt zunichte gemacht. Gegenüber der zunehmenden Korruption
können wir nicht schweigend bleiben."
Anlässlich der Gründungsversammlung kritisierte Carimo, dass viele Menschen unter der
Tatsache leiden, dass sie für zahlreiche staatliche Dienstleistungen Geld schmieren
müssten. Dies treffe gerade auch die ärmsten Schichten der Bevölkerung. "Ethisches
Mozambique" stützt seine Aussagen auf eine Umfrage: 1200 Personen und 300
Institutionen (Geschäftsfirmen, Nichtregierungsorganisationen) wurden in der Stadt und
Provinz Maputo, in Sofala in Zentralmozambique und in Nampula im Norden des Landes
befragt.
Die Resultate sind aufschlussreich. 58,8 Prozent der Befragten betrachten die Regierung
als korrupt, nur 6,8 Prozent gehen vom Gegenteil aus. Gleich korrupt werden die Gerichte
betrachtet (58,1 % / 7,4 %). Bei der Polizei sieht es noch schlechter aus: 70,2 Prozent
der Befragten bezeichnen die meisten Polizisten als korrupt. Von den Geschäftsleuten
werden 40,8 Prozent als korrupt betrachtet. Besser sieht es bei den Journalisten aus. In
den staatlichen Medien werden 30 Prozent als korrupt betrachtet, in den privaten Medien
nur noch 18 Prozent. Am besten schnitten Priester und Nonnen ab. Hier sind 36,4 Prozent
der Befragten überzeugt, dass diese nicht korrupt sind.
Niederschmetternd ist, dass rund die Hälfte aller Befragten der Meinung ist, dass die
Regierung nicht fähig sei, die Korruption zu bekämpfen. Damit ist natürlich der Glaube
an die Autorität des Staates an einem kleinen Platz. Das drückt sich auch in der
Einschätzung des Parlamentes aus: Nur 24,7 Prozent haben Vertrauen in das Parlament, 45,3
Prozent trauen ihm überhaupt nicht. Der am meisten geachtete Provinzgouverneur ist
Felicio Zacarias von der Provinz Sofala. Dieser habe nicht nur Reden gegen die Korruption
gehalten, sondern sie in der öffentlichen Verwaltung von Sofala durch einschneidende
Massnahmen auch aktiv bekämpft.
Diese Ergebnisse sagen sicherlich einiges über die Befindlichkeit der
mozambiquanischen Bevölkerung aus. Doch wie weit sind sie zutreffend? Dazu der Vergleich
zu anderen afrikanischen Ländern, in denen gleiche Umfragen gemacht wurden. In Namibia
vertrauen 68,9 Prozent in die Polizei und 66,3 Prozent den Gerichten. In Botswana sind es
60 resp. 64,3 Prozent, in Zambia 37,5 und 63,6 Prozent. Und selbst in Zimbabwe vertrauen
noch 35,5 der Polizei und 42,2 Prozent den Gerichten, allerdings datieren diese Daten noch
vor dem Wandel zur Diktatur. Doch in Mozambique glauben nur noch gerade 15 Prozent an die
Polizei und 19,1 Prozent an die Gerichte.
In 99,6 Prozent der Fälle wird die Korruption in Mozambique als Kleinkorruption
betrachtet und besteht vorab im Bezahlen von Schmiergeldern. Hier scheint besonders das
Gesundheitswesen besonders anfällig zu sein. Etwa ein Drittel der Befragten gibt an, für
medizinische Behandlung, Zeugnisse oder ähnliches Schmiergelder bezahlt zu haben. Am
krassesten die überlieferte Aussage eines Anästhesisten: "Zahl mich, oder du wirst
leiden."
Wie soll der Korruption begegnet werden? Die meisten der Befragten befürworteten
drakonische Strafen. Zwei Drittel der Befragten befürworten das Handabschlagen, die
Todesstrafe oder die Verbrennung bei lebendigem Leib und die Beschlagnahmung des gesamten
Vermögens von korrupten Personen.
Die von "Ethisches Mozambique" ins Rollen gebrachte Kampagne wird
unterstützt von Gracia Machel, der früheren First Lady und Erziehungsministerin, vom
anglikanischen Erzbischof Dinis Sengulane und von weiteren Personen aus Wissenschaft und
Recht. Präsident Chissano hat die Korruption mit der Aids-Epidemie verglichen und
Studienabgänger der Eduardo Mondlane-Universität aufgerufen, sich dem Kampf gegen die
Korruption anzuschliessen.
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Mozambique im Bilde
Ein Rückblick auf die
Geschichte des Fotoschaffens Afrika "Katastrophenkontinent" und weisser
Fleck im Bewusstsein der westlichen Welt birgt jenseits von Bürgerkrieg, Hunger
und Armut eine reiche Kultur, über die wir nur wenig wissen. Staunend stellen wir fest,
dass beispielsweise in Mozambique zahlreiche junge Fotografen eine eigene Tradition
hervorgebracht haben. Als Schüler oder spätere Mitarbeiter des heute 78-jährigen
Ricardo Rangel, der weit über Afrika hinaus bekannt ist für seine sozialkritischen
Reportagen, bestechen sie mit Arbeiten auf hohem formalem Niveau.
hus. Die zeitgenössische mozambiquanische Fotografie
ist eine Erfolgsgeschichte. Jetzt gibt ein sorgfältig gestalteter Bildband Einblick in
die Arbeit von 15 Fotografen aus Mozambique. Das Werk des heute 78-jährigen
mozambiquanischen Fotografen Ricardo Rangel steht im Mittelpunkt von "Iluminando
vidas". Der Titel des Bildbands ist durchaus symbolisch, zweideutig zu verstehen: als
Beleuchtung oder Ausleuchtung eines zu fotografierenden Objekts, aber auch im
übertragenen Sinn, dass ein Gegenstand ins rechte Licht gerückt wird. Rangel gilt als
Doyen der mozambiquanischen Fotografie, viele Fotografen nach ihm berufen sich auf ihn.
Ihnen gemeinsam ist man könnte von der mozambiquanischen Fotografie schlechthin
sprechen , dass sie den Menschen mit Respekt abbilden, ihn, auch wenn es sich um
ärmste Männer und Frauen handelt, in sseiner Würde nicht verletzen.
Die im Band "Iluminando vidas" versammelten
Bilder von Rangel und vierzehn seiner Berufskollegen stammen aus der Periode des zweiten
Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Der Kolonialismus, die Unabhängigkeit und der
anschliessende, mehr als zehnjährige Bürgerkrieg sind die historischen Zeitabschnitte,
in denen sich die Fotografierten bewegen.
Die Publikation ist erschienen aus Anlass der
Ausstellung "Iluminando vidas, Fotografia Moçambicana 1950 2001", die in
Lugano und Maputo gezeigt wurde. Das Buch beinhaltet verschiedene Textbeiträge, einer
befasst sich mit der Geschichte der Fotografie in Afrika und im Speziellen in Mozambique,
daneben ist auch eine ausführliche Chronologie der Entwicklung Mozambiques enthalten. Zu
den verschiedenen Fotografen sind biografische Angaben publiziert.
Und die Bilder? Beeindruckend, schön, emotional
packend. Vom Fotografen Kok Nam stehen Bilder aus dem Krieg im Mittelpunkt. Handelt es
sich um den Befreiungskampf oder den Bürgerkrieg? Leider fehlen dazu nähere Angaben.
Joel Chiziane geht schwerpunktmässig auf den Bürgerkrieg ein, nicht mit Kriegsszenen;
subtil wird der Schrecken des Kriegs ins Bild gefasst: zurückgebliebene Uniform,
demoliertes Gebäude. Bei João Costa steht der Momenet der Unabhängigkeit 1975 im
Vordergrund, Alfredo Paco konzentriert sich auf die Alfabetisierung, die unter
unsäglichen Bedingungen durchgeführt wird. Andere, wie etwa Alfredo Mueche oder Ferhat
Vali Momade zeigen tägliche Begebenheiten: Frisieren, Wasserholen. Bei Albino Mahumana
stehen Kinder im Zentrum, bei Alexandre Fenias Fischer und ihre Arbeit.
Gesamthaft liegt ein Bildband vor, der ohne
Einschränkung als hervorragendes Dokument bezeichnet werden darf.
Bruno ZGraggen, Grant Lee Neuenburg,
Iluminando vidas, Ricardo Rangel und die mosambikanische Fotografie, Basel 2002 (Christoph
Merian Verlag)
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| Erster Mozambique-Reiseführer
erschienen hus.
Mozambique ist keine bekannte Tourismusdestination. Aus der Kolonialzeit wurde eine wenig
entwickelte Infrastruktur geerbt, die bestenfalls im Süden des Landes für den Tourismus
tauglich war. Doch im Landesinneren oder im mittleren und nördlichen Teil des riesigen
Landes hiess Tourismus Abenteuer, Überraschungen, Unwägbarkeiten. Mit dem einsetzenden
Bürgerkrieg erlitt auch der Tourismus in Mozambique einen Rückschlag. Heute erholt sich
das Land, und auch der Tourismussektor legt zu.
Durch die Nähe zu Südafrika fliesst sehr viel
südafrikanisches Kapital in den Süden Mozambiques. Mehrere Ferienressorts stehen unter
südafrikanischer Leitung oder sind mit südafrikanischem Kapital aufgebaut worden. Hier
lässt sich gut Ferien machen. Ein Ausflug ins Landesinnere oder entlang der Küste nach
Norden ist jedoch immer noch abenteuerlich.
Nun liegt der erste auf deutsch erschienene
Reiseführer vor, der bei einem Tourismusaufenthalt gute Dienste leistet. In einem ersten
Teil, der rund einen Drittel des gesamten Buches ausmacht, wird auf die Geschichte des
Landes eingegangen und ein Überblick über die Landeskunde gegeben. Dieser Teil bietet
ein gutes Verständnis für Land und Leute. In einem zweiten Teil gehts dann auf die
Reise: In drei Teilen werden Süd-, Mittel- und Nordmozambique beschrieben.
Lokalgeschichte, Sehenswertes, Unterkunft und Verpflegung sowie zahlreiche Reise- und
Routentips helfen, sich im riesigen Land zurecht zu finden. Für zahlreiche Städte
enthält der Führer Strassenpläne.
Noch steckt der Tourismus vielerorts in den
Kinderschuhen, doch wer etwas Aufwand und allfällige Überraschungen nicht scheut, kann
nahezu unerforschte Landschaften und Strände entdecken. Der Reiseführer leistet dabei
gute Hilfe.
Ilona Hupe und Manfred Vachal, Reisen in
Mosambik, München 2002 (Hupe-Verlag)
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| Zimbabwe in der Krise Ein Kommentar In Zimbabwe geht es drunter und drüber: Mugabe verbietet den
weissen Farmern die Weiterarbeit, legt sich mit Regierungschef Tony Blair von
Grossbritannien an und nennt seine neue Regierung eine Kriegsregierung. Was ist los mit
Mugabe? Warum erntet Mugabe für seine Politik in Afrika Bewunderung, im Westen blanke
Ablehnung?
Blenden wir kurz zurück: Mugabe gewann mit 56 Prozent
der Stimmen die im März dieses Jahres durchgeführten Präsidentschaftswahlen gegen
seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai vom oppositionellen MDC. Die Wahlen waren weder
fair noch frei. Trotz des Terrors gegen die Opposition fanden nach den Wahlen auf massiven
Druck von Südafrika und Nigeria Gespräche zwischen Regierung und MDC statt. Die MDC
wollte über Neuwahlen sprechen, Zanu-PF aber nur über die Wirtschaftsprobleme.
Ergebnislos wurden die Gespräche von Zanu-PF abgebrochen.
Auch nach den Wahlen gehen Druck und Terror gegen die
MDC und gegen die der Sympathie mit der MDC Verdächtigen weiter. Jugendliche werden
teilweise unter Zwang in Trainingscamps zusammengezogen und zur Gewaltausübung
vorbereitet. Passend ist denn auch, dass sich die neue Regierung Kriegsregierung nennt.
Die Regierung hat einen neuen Befreiungskampf, den
dritten Chimurenga, lanciert. Nach dem langjährigen englischen Zimbabwe-Kenner Terence
Ranger will Mugabe damit das Land gegen den Ausverkauf der Heimat an den Neokolonialismus
schützen. Nach Ranger ist Mugabe weder dumm noch irre, sondern überzeugt von seiner
Mission. Mugabe stützt sich beim dritten Chimurenga vor allem auch auf gewaltbereite
Jugendliche, die Green Bombers. Diese bedrohen nicht nur die Mitglieder der Opposition,
sondern alle, die sie einer regierungskritischen Haltung verdächtigen, die gebildet und
oder städtisch sind oder die mehr oder weniger verantwortungsvolle Posten bekleiden.
Druck und Terror haben bis jetzt rund 70'000 interne Flüchtlinge hervorgebracht. Rund
350'000 Personen sind nach Grossbritannien übersiedelt.
Bei der Landverteilung herrschen chaotische Zustände.
Verlässliche Zahlen über die Landverteilung oder die landwirtschaftliche Produktion sind
nicht mehr erhältlich, niemand hat mehr den Überblick. Viele Gerüchte sind im Umlauf,
die nicht auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden können. Fest steht jedoch, dass
Antragsformulare für die Landzuteilung verteilt und Land umverteilt wird.
Die Enteignung des weissen Farmern gehörenden Landes
geht weiter. Die verbliebenen weissen Farmer wurden aufgefordert, per Ende August ihr Land
zu verlassen. Bis jetzt weigerten sich allerdings viele Farmer, ihre Farmen zu verlassen -
es ist von rund 60 Prozent die Rede - und fochten die Ausweisungsverfügung beim Gericht
an. Nach wie vor gibt es auch immer noch weisse Farmer, die zuversichtlich sind, ihre
einzige Farm behalten zu können, weil sie diese sorgfältig bebauten, die
FarmarbeiterInnen respektvoll behandelten und ihnen Zugang zu Schulen, Klinik und eigenen
Gärten verschafften. Dies ist nicht selbstverständlich, denn die FarmarbeiterInnen
gehören immer noch zu den am schlechtesten lebenden Menschen Zimbabwes. Mit jeder
aufgegebenen Farm werden viele ArbeiterInnen arbeitslos. Schätzungen sprechen von rund
232'000 Farmarbeitern mit rund 1,5 Mio Familienangehörigen.
Für seinen Kampf gegen den Neokolonialismus und die
weissen Farmer erntete Mugabe Applaus in Afrika. Mit dieser Rhetorik bedient Mugabe
offensichtlich antiwestliche Reflexe in Afrika, die angesichts der problematischen Lage in
vielen Ländern Afrikas nicht unverständlich sind. In Zimbabwe selber wird in den
Städten über Mugabe nur noch geschimpft. Wieweit die ländliche Bevölkerung, auf die
sich Mugabe immer bezieht, tatsächlich noch freiwillig und nicht nur gezwungenermassen
hinter Mugabe steht, ist offen.
Die wirtschaftliche Situation ist katastrophal. Die
Inflation beträgt rund 900 Prozent und die Maisproduktion ist drastisch gesunken.
Zimbabwe ist einmal mehr von einer Dürre betroffen. Eine grosse Hungersnot herrscht. Für
die ausländischen Hilfsorganisationen stellt sich die Frage, wer die Hilfe verteilt.
Viele Organisationen weigern sich, die Hilfsgüter durch die Regierung verteilen zu
lassen, aus Angst, dass die Hilfe missbraucht wird. Dass diese Gefahr tatsächlich
besteht, zeigen Berichte, wonach nur Zanu-PF-Mitglieder Nahrungsmittelhilfe erhalten.
Einer von der Opposition organisierte Maisladung wurde die Einfuhr wegen angeblich
fehlerhafter Papiere verweigert.
Trotz dieser chaotischen und bedrohlichen
Verhältnisse funktionieren die staatlichen und privaten Institutionen wie Gerichte,
Verwaltungen, Firmen und Nichregierungsorganisationen immer noch allerdings auf
einem tieferen Level als vorher. Die Zivilgesellschaft existiert und es gibt ein grosses
Potential an gut ausgebildeten Personen. Und auch die neugewählten MDC-Bürgermeister in
den Städten konnten ihre Ämter antreten, wenn auch teilweise unter dem Gejohle der
Zanu-PF-Jugend.
Was bedeutet nun das alles für mich? Ich habe den
zweiten Chimurenga, die Befreiung vom weissen Siedlerregime des Jan Smith, aktiv
unterstützt und war mit einigen Exponenten, die heute hohe Regierungsämter innehaben,
freundschaftlich verbunden. Heute muss ich entsetzt und schockiert feststellen, dass diese
Leute dieselben Terrormethoden gegenüber ihren Landsleuten anwenden, wie die frühere
Smith-Regierung. Für mich ist deshalb klar, dass ich den dritten Chimurenga sicher nicht
unterstütze. Ebenso klar ist mir, dass das Afrika-Komitee nun Zimbabwe nicht einfach wie
eine heisse Kartoffel fallen lassen darf. Mir ist wichtig, dass wir weiterhin die
Entwicklung Zimbabwes verfolgen so frustrierend das auch sein mag. Wir setzen damit
auf die Solidarität mit der Bevölkerung, zu der wir in der Zwischenzeit vielfältige
Kontakte aufgebaut haben. Die Bevölkerung verfügt nach wie vor über grosse Ressourcen,
auf die wir uns abstützen können und die hier bekannt zu machen sich lohnt, Ressourcen,
die in einer Post-Mugabe-Aera notwendig sein werden.
Gertrud Baud
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| Afrika
in Kürze Tchad
Wiege der Menschheit?
27 Millionen Jahre alt ist ein Schädel, der kürzlich
in Toros-Menalla in der südlichen Tibesti-Wüste im Tchad gefunden wurde. Sein
wissenschaftlicher Name: Sahelanthropus tchadensis. Nun stellt sich die Frage, ob der
Tchad als die Wiege der Menschheit gelten kann. Während längerer Zeit ging man davon
aus, dass aufgrund des Fundes von "Lucy" in Äthiopien menschheitsgeschichtlich
die "Stunde null" vor etwa 4 Mio. Jahren geschlagen hat. Angenommen wird, dass
der Tchad-Mensch etwa 1,40 m gross war und 50 Kilo wog. Der Siedlungsraum dürfte die
Baumsavanne gewesen sein.
Eritrea
Älteste afrikanische Siedlung gefunden
Am Rande der eritreischen Hauptstadt Asmara wurden die
Reste der vermutlich ältesten landwirtschaftlichen Siedlung Afrikas gefunden, wie die
Vereinten Nationen bekannt gaben. Nach den Experten könnten die Funde die bisherigen
geschichtlichen Auslegungen am Horn von Afrika verändern. Bei früheren Ausgrabungen
haben Archäologen bereits Beweise gefunden, die sich zu einem faszinierenden Bild über
das Leben vor 3000 Jahren zusammensetzen. Die Bewohner der Siedlungen wohnten in
Steinhäusern, assen Kühe und Ziegen, tranken Bier, beackerten fruchtbares Land und
trugen Tierfelle. Die touristische Bedeutung dieser prähistorischen Stätten ist
beachtlich. Die Archäologen brauchen jedoch finanzielle Mittel, um die Fundstätten zu
sichern und weiter untersuchen zu können.
China-Südafrika
Entwicklung natürlicher Heilmittel
Südafrika und China wollen gemeinsam natürliche
Heilmittel entwickelt und die traditionelle Medizin erfassen, kündigte der
südafrikanische Gesundheitsminister Manto Tshabalala-Msimang nach einem Besuch einer
hochrangigen chinesischen Gesundheitsdelegation an. Im Vordergrund steht die Suche nach
Möglichkeiten, mit natürlichen Heilmitteln AIDS-verwandte Krankheiten zu kurieren.
Lesotho
Skistation eröffnet
Das vollkommen von Südafrika umgebene Lesotho hat im
Juni der Wintersaison seine erste Skistation in Betrieb genommen. Der
"Afriski-Ressort" in Mhalasela, nördlich von Maseru, verfügt über eine 3 km
lange Piste. Im Bau ist ein Ausbildungszentrum für Spitzensportler. Bereits in Betrieb
sind andere Sportangebote wie Wandern, Fischen, Reiten. Damit soll ein weiterer Schritt
gelegt werden für eine langsame Loslösung aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von
Südafrika. Der Tourismussektor wird ausgebaut und soll nebst der Jeans-Fabrikation, die
vor allem für den US-amerikanischen Markt erfolgt, zur wirtschaftlichen Entwicklung
beitragen. Traditionell sind die Überweisungen der in Südafrika tätigen rund 2,3
Millionen Minenarbeiter Lesothos Haupteinnahmequelle. Mit den Schwierigkeiten im Bergbau
sind jedoch die Überweisungen zurückgegangen. Nun sind in der textilverarbeitenden
Industrie bereits 32'000 Stellen geschaffen worden. 93 Prozent aller Textilexporte gehen
in die USA.
Südafrika
Diebstahl mit drastischen Folgen
Die südafrikanische Eisenbahngesellschaft Spoornet
hat im letzten Jahr rund 200 Mio. Rand (15 Mio. CHF) Verlust durch Diebstahl erlitten.
Doch was wurde gestohlen: Diebe machten sich mit Schienen, Schwellen und Güterwagen
davon. Der in KwaZulu-Natal vor allem als Tourismus-Linie betriebene Banana-Express fährt
nicht mehr, nachdem Diebe 20 bis 30 Tonnen Ersatzmaterial aus dem Lokomotiv-Lager
gestohlen haben und nun die Loks nicht mehr repariert werden können. Von dieser
Privatbahn sind auch ganze Güterwagen verschwunden.
DR Kongo
Friedensprozess online
Der innerkongolesische Versöhnungsdialog, der auf
eine friedliche Lösung in der vom Krieg zerrissenen Demokratischen Republik Kongo
(ehemals Zaire) abzielt, wird vom früheren botswanischen Präsidenten Ketumile Masire
angeführt. Das Büro des noch von der OAU (heute Afrikanische Union) ernannten
Vermittlers informiert auf seiner Website www.drcpeace.org
über die Fortschritte und Rückschläge im Friedensprozess. Dass ein innerafrikanischer
Prozess online dokumentiert wird, ist ein Novum.
Eritrea
HIV / AIDS breitet sich schnell aus
Eritrea steht eine rasante Ausbreitung von
HIV/AIDS-Erkrankungen in den nächsten Jahren bevor, warnte das Joint United Nations
Programme on HIV/AIDS (UNAIDS). Dominique Mathiot, der Berater von UNAIDS für Eritrea,
glaubt, dass die Zahl der mit HIV Infizierten signifikant steigen könnte. Seit der erste
AIDS-Fall in Eritrea 1988 bekannt wurde, ist die Krankheit weiter auf dem Vormarsch. Im
Jahre 2001 waren 13000 Personen als infiziert registriert. Ungefähr 2500
dieser Fälle kamen allein im Jahr 2001 hinzu. Experten äussern die Befürchtung, dass
das Gesundheitssystem des Landes für eine solch schnelle Verbreitung der Krankheit nicht
vorbereitet ist. Bis anhin war Eritrea ein nur schwach von AIDS betroffenes Land.
Afrikanische Union (AU)
Ernüchternde finanzielle Bilanz
Ein Jahr nach der Gründung hat dieses Jahr die
Afrikanische Union weitgehende Beschlüsse über ihr Funktionieren getroffen. Doch die
Zukunft steht auch wackeligen Füssen. Nicht einmal des Übergangsbudget von der
Vorgängerin OAU zur AU von bescheidenen 12,1 Mio. US-Dollars ist gesichert. Lediglich die
UNO hat über ihre Entwicklungsorganisation UNDP 1 Mio. beigesteuert. Afrikanische Staaten
haben nicht bezahlt, auch nicht Libyen, auf dessen Initiative anlässlich der OAU-Tagung
1999 die Konstituierung der Afrikanischen Union zurückgeht ein ernüchterndes
Ergebnis.
Nachdem Tanzania als 36. afrikanisches Land seinen
Beitritt zur Union ratifiziert hat, kann diese nun ihre Arbeit aufnehmen. Mit den
Beitragsschuldnern für das laufende Budget wird hart umgegangen: sie dürfen sich an den
Versammlungen nicht zu Wort melden. Schuldner sind die DR Kongo, Somalia, Sierra Leone,
Komoren, Liberia, São Tomé e Principe, Niger, Seychellen und Guinea-Bissau. Die
Ausstände betragen zwischen 1 Mio und 8 Mio. Dollars.
Comesa-Freihandelszone
Treten an Ort
Zahlreiche Staaten vorab im östlichen Teil Afrikas
haben sich zum Gemeinsamen Markt von Zentral- und Ostafrika (Comesa) zusammengeschlossen.
Das Ziel ist eine Freihandelszone, in der im Verkehr zwischen den Mitgliedstaaten die
Zollschranken aufgehoben sind. Der Zusammenschluss umfasst nahezu alle Länder von Eritrea
im Norden bis zu Zimbabwe im Süden des Kontinents, aber nicht die Wirtschaftsmacht Nr. 1,
Südafrika. Doch nur neun Staaten haben das Abkommen zur Schaffung der Freihandelszone
ratifiziert. Zwölf weitere Mitgliedstaaten stehen abseits, sie ziehen die noch immer
erhobenen Zölle offenbar dem Freihandel vor. Und der Generalsekretär der Comesa, Erastus
Mwencha, rechnet noch vor, dass durch Kriege der Mitgliedstaaten rund 10 Prozent des
Bruttosozialprodukts der Staaten aufgefressen wird.
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| Afrika: 100 beste Bücher des 20. Jahrhunderts red. Afrika verfügt über eine Vielzahl aufsehenerregender
Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Aus dem grossen Angebot afrikanischer Literatur
Kinderbuch, Belletristik und Sachbuch ist nun erstmals eine Liste
zusammengestellt worden, in der die wichtigsten hundert Publikationen aufgenommen wurden.
Zahlreiche der in der Liste enthaltenen Publikationen sind auch in deutscher Übersetzung
erschienen, nicht alle sind jedoch noch lieferbar. Trotzdem: Eine Anregung, die eine oder
andere Publikation zu beschaffen und zu lesen, vermag die interessante Zusammenstellung zu
geben. Wir danken unseren KollegInnen von den "LiteraturNachrichten" für die
freundliche Abruckgenehmigung.
Seit mehr als einem Jahrhundert haben sich die
Literaturen Afrikas differenziert entwickelt. In verschiedenen Formen, Genres und Sprachen
sind in Afrika selbst, in Europa, Amerika und auch Asien viele Werke veröffentlicht
worden, die von afrikanischer Geschichte, zeitgenössischer Wirklichkeit und Kultur,
Mythen und Erfahrungen künden. Zwar sind die Mehrzahl der veröffentlichten Bücher in
Englisch, Französisch und Portugiesisch geschrieben, doch haben sich auch Arabisch,
Kisuaheli und eine ganze Reihe einheimischer und regionaler Sprache als wichtige
Literatursprachen gezeigt. Trotz eines großen Reichtums an literarisch bedeutsamen Werken
ist der Korpus der Literaturen Afrikas nicht hinreichend als afrikanischer Beitrag zur
Weltliteratur wahrgenommen und positiv gewürdigt worden.
Daher hatte auf Anregung von Professor Ali Mazrui die
Zimbabwe International Book Fair, die einzige wirklich als gesamtafrikanisch anzusehende
Buchmesse Afrikas, im Jahre 2000 begonnen, auf internationaler Basis eine Liste mit den
100 besten Büchern des Jahrhunderts zu erarbeiten.
Die angestrebten Ziele dabei waren:
- die Leistungen afrikanischer AutorInnen zu feiern,
- zur Debatte, Kritik und Analyse afrikanischer Literatur
anzuregen, aber vor allem zur Lektüre anzuregen,
- die Veröffentlichung und Entwicklung neuer Bücher
anzuregen und zur Neuauflage vergriffener Titel,
- zur Übersetzung von mehr Titeln zu ermuntern,
- zu mehr Anstrengungen beim Verkauf von Büchern auch
über die Landesgrenzen und über die Kontinente hinweg beizutragen,
- und allgemein zur Verbreitung von Informationen über
afrikanische Literatur beizutragen.
Bis zum 30. September 2001 wurde zu Vorschlägen für
eine solche Liste eingeladen. Im August 2001 wurden alle (mehr als 1700)
vorgeschlagenen Titel auf der website der Buchmesse ZIBF veröffentlicht. Danach erstellte
eine internationale Gruppe von Experten eine shortlist von rund 500 Titeln. Die
international besetzte Jury (unter Vorsitz des südafrikanischen Autors und
Literaturwissenschaftlers Njabulo S. Ndebele) erarbeitete dann im Februar 2002 eine Liste
mit den 100 Büchern, die als Afrikas beste im 20. Jahrhundert gelten.
Zugleich hob die Jury 12 Bücher heraus, die sie als
die wichtigsten 12 des Jahrhunderts bezeichnete und mit kurzen Charakterisierungen
besonders würdigte. Diese sind im Folgenden kursiv ausgezeichnet..
Bei der Auflistung wird deutlich, wie viele der 100
besten Bücher Afrikas des 20. Jahrhunderts in deutscher Übersetzung vorliegen oder
vorlagen.
Kinder- und Jugendliteratur
- Asare, Meshack (Ghana), Sosus Call, Sub-Saharan
Publishers 1999.
Dieses Buch erhielt den 1. Preis für Kinderliteratur im Dienste der Toleranz, den die
UNESCO 2000 zum ersten Mal vergab. Es ist eine wunderbare Geschichte über ein behindertes
Mädchen, das im Dorf zurückgelassen wird, weil sie angeblich zu nichts nütze sei. Doch
gelingt es ihr, die umliegenden Dörfer mit der wundersamen Hilfe von sprechenden Trommeln
zu warnen, als eine Flutkatastrophe droht. Der Autor hat das Buch selbst illustriert.
- Homi, Hayam Abbas al-, (Ägypten), Adventures of a
Breath, Atfalna
- Mungoshi, Charles (Zimbabwe), Stories from a Shona
Childhood, Baobab Books, dt. Der sprechende Kürbis (Übers. Susanne Koehler, Nagel &
Kimche, Zürich 1994 und S. Fischer, Frankfurt a.M. 1999)
- Tadjo, Veronique (Côte dIvoire), Mamy Wata et le
monstre, Nouvelles éditions ivoriennes 1989, dt./engl. Mama Wata und das Monster/Mamy
Wata and the monster (dt. Übers. Gisela Greatorex, Milet, London, 2000, nur in England
erhältlich)
Belletristik
- Achebe, Chinua (Nigeria), Arrow of God, Heinemann, dt.
Der Pfeil Gottes (Übers. M. v. Schweitz, überarb. v. Gudrun Honke, Peter Hammer,
Wuppertal 1994)
-
Achebe, Chinua (Nigeria). Things Fall Apart,
Heinemann 1958, dt. Okonkwo oder Das Alte stürzt (Übers. Dagmar Heusler u. Evelin
Petzold, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1982)
Dieser Roman hat sich von seiner Geschichte in einem kleinen Igbo-Dorf zu
universeller Bedeutung als Afrikas meistgelesenes Buch entwickelt. Seine Darstellung der
Wirkungen des britischen Kolonialismus in einer scheinbar gefestigten afrikanischen
Gemeinschaft hat diesen Roman zu einem Klassiker über den Zusammenprall der Kulturen
gemacht.
- Adnoody, Abdel Rahman El (Ägypten), Death on the
Asphalt, Atlas
- Aidoo, Ama Ata (Ghana), Anowa, Longman, 1969
- Almeida, Germano (Kapverden), O testamento do Sr.
Napumuceno da Silva Araujo, Ed. Caminho, dt. Das Testament des Herrn Napumoceno (Übers.
Maralde Meyer-Minnemann, Fischer TB, Frankfurt a.M. 1997)
- Armah, Ayi Kwei (Ghana), The Beautyful Ones Are Not Yet
Born, Heinemann, dt. Die Schönen sind noch nicht geboren (Übers. Hugo Loetscher, Peter
Hammer, Wuppertal 1999)
- Bâ, Amadou Hampâté (Mali), Létrange destin de
Wangrin, Union générale déditions 1973, dt. Wangrins seltsames Schicksal oder die
listigen Ränke eines afrikanischen Dolmetschers (Übers. Adelheid Witt, Lembeck,
Frankfurt 1986)
-
Bâ, Mariama (Senegal), Une si longue lettre,
Nouvelles éditions africaines 1979, dt. Ein so langer Brief (Übers. Irmgard Rathke,
Ullstein TB, Berlin 1998)
Ein faszinierendes Buch, das dazu beitrug, dass die Frauen von heute weit über
die frankophone Literatur hinaus gehört wurden. Die Protagonistin in dem Roman erzählt
ihr Leben in Form eines Briefes an eine Freundin; es gelingt der Autorin, die
alltäglichen Frustrationen von Frauen, besonders nach dem Tode ihrer Männer,
überzeugend darzustellen.
- Ben Jelloun, Tahar (Marokko), La nuit sacrée, Seuil
1987, dt. Die Nacht der Unschuld (Übers. Eva Moldenhauer, Rowohlt TB, Reinbeck 1998,
vergriffen)
- Beti, Mongo (Kamerun), Le pauvre Christ de Bomba,
Présence africaine 1956, dt. Der arme Christ von Bomba (Übers. Herta Meyer u. Jochen
Klicker, Peter Hammer, Wuppertal 1995, Neuaufl.)
- Brink, André (Südafrika), A Dry White Season,
Penguin, dt. Weiße Zeit der Dürre (Übers. Werner Peterich, Kiepenheuer & Witsch,
Köln 1984, vergriffen)
- Bugul, Ken (Senegal), Riwan, ou le chemin de sable,
Présence africaine
- Cheney-Coker, Syl (Sierra Leone), The Last Harmattan of
Alusine Dunbar, Heinemann, dt. Der Nubier (Übers. Thomas Brückner, Peter Hammer,
Wuppertal 1996)
- Chraibi, Driss (Marokko), Le passé simple, Gallimard
- Coetzee, J.M. (Südafrika), Life and Times of Michael
K, Secker & Warburg, dt. Leben und Zeit des Michael K. (Übers. Wulf Teichmann,
Hanser, München 1986, auch Fischer TB, Frankfurt a.M. 1997)
-
Couto, Mia (Mosambik), Terra sonâmbula, Ed.
Caminho 1992, dt. Das schlafwandelnde Land (Übers. Karin v. Schweder-Schreiner, dipa,
Frankfurt 1994, vergriffen)
In diesem Roman gelingt es Couto auf einzigartige Weise, afrikanische orale
Traditionen und die Literatursprache Portugiesisch zu vereinen. Auch die Art, wie sich die
Geschichte entfaltet (ein Junge und ein alter Mann lesen gemeinsam ein Tagebuch, das sie
in einem ausgebrannten Bus finden), führt den Leser zu einem unerwarteten Ende, da der
Junge selbst Teil der Geschichte war, wodurch sich die Grenzen zwischen Fiktion und
Wirklichkeit verwischen. Der Roman ist mehr als ein Buch über den Bürgerkrieg in
Mosambik, es ist ein Buch über gebrochene und zersplitterte Identitäten.
- Craveirinha, José (Mosambik), Karingana Ua Karingana,
Academica 1974
- Dadié, Bernard (Côte dIvoire), Climbié,
Editions Segiers, Teilausgabe 1963 in: Das junge Afrika, Wien, München, Basel
-
Dangarembga, Tsitsi (Zimbabwe), Nervous Conditions,
Womens Press 1988, dt. Der Preis der Freiheit (Übers. Ilija Trojanow, Rowohlt TB,
Reinbek 1991, vergriffen)
Dieser Roman ist ein ausgezeichnetes Porträt und Interpretation einer afrikanischen
Gesellschaft, deren jüngere Generation von Frauen mit unterschiedlichem Erfolg (bis hin
fast zu Niederlagen) darum kämpft, dass die Gesellschaft nicht mehr patriarchalisch
dominiert und kolonial geprägt wird. In der afrikanischen Literatur hat es zuvor noch nie
eine überzeugende Darstellung von Anorexie gegeben.
- Dib, Mohammed (Algerien), La grande maison,
lincendie, le métier à tisser, Le Seuil 1952/1954/1957
- Diop, Birago (Senegal), Les contes dAmadou
Koumba, Présence africaine, dt. Geistertöchter. Die Geschichten des Amadou Koumba
(Übers. Christel Dobenecker, Horst Schulz u. Sabine Müller-Nordhoff, bearb. v. Gudrun
Honke, Peter Hammer, Wuppertal 1998)
- Diop, Boubacar Boris (Senegal), Murambi ou le livre des
ossements, Stock 2000
-
Djebar, Assia (Algerien), Lamour, la
fantasia, J.C. Lattes 1985, dt. Fantasia (Übers. Inge M. Artl, Unionsverlag TB, Zürich
1993)
Dieser Roman der herausragendsten zeitgenössischen Autorin und Filmemacherin aus
Algerien ist ein literarisches Werk von verschiedenen Genres, historischen und
autobiographischen Erzählungen, vor dem Hintergrund von Kindheit und Jugend. Er erzählt
von der Eroberung Algeriens und dem Unabhängigkeitskampf aus weiblicher Perspektive und
wird dabei zu einem feministischen literarischen Meisterwerk.
- Emecheta, Buchi (Nigeria), The Joys of Motherhood,
Alison and Busby, dt. Zwanzig Säcke Muschelgeld (Übers. Helmi Martini-Honus u. Jürgen
Martine, Unionsverlag TB, Zürich 1991)
- Fagunwa, Daniel O. (Nigeria), Ogboju Ode ninu Igbo
Irunmale, Nelson
- Farah, Nuruddin (Somalia), Maps, Pan Books, dt. Maps
(Übers. Inge Uffelmann, Ammann, Zürich 1992)
- Fugard, Athol (Südafrika), The Blood Knot, Simondium
Publishers, dt. Blutsband (Übers. Allison Malherbe, S. Fischer, Frankfurt 1976,
vergriffen); Mit Haut und Haar (Suhrkamp, Frankfurt 1970 und Henschel, Berlin 1974, beide
vergriffen)
- Ghitani, Gamal al- (Ägypten), Zayni Barakat, General
Egyptian Book Organisation, dt. Seini Barakat. Diener des Sultans, Freund des Volkes
(Übers. Hartmut Fähndrich, Lenos TB, Basel 1996)
- Gordimer, Nadine (Südafrika), Burghers Daughter,
Jonathan Cape 1979, dt. Burgers Tochter (Übers. Margaret Carroux, Fischer TB, Frankfurt
1991, 6. Aufl., vergriffen)
- Head, Bessie (Südafrika), A Question of Power,
Heinemann 1974, dt. Die Farbe der Macht (Übers. Uta Goridis, Orlanda, Berlin 1987 und
Fischer TB, Frankfurt 1993, beide vergriffen)
- Honwana, Bernardo (Mosambik), Nos matamos o cão
tinhoso, Academica 1964, dt. Wir haben den räudigen Hund getötet (Übers. Friedhelm
Liese, Reclam, Leipzig 1980, vergriffen)
- Hove, Chenjerai (Zimbabwe), Bones, Baobab Books 1988,
dt. Knochen. Stimmen der Ahnen (Übers. Ilija Trojanow, Marino bei Frederking &
Thaler, München 2000)
- Isegawa, Moses (Uganda), Abessijnse Kronieken,
Uigeverij De Bezige Bij, dt. Abessinische Chronik (Übers. Barbara Heller, Blessing,
München 2000 und Goldmann, München 2001)
- Jordan, Archibald Campbell (Südafrika), Ingqumbo
yeminyanya, Lovedale Press
- Joubert, Elsa (Südafrika), Die Swerdjare van Poppie
Nongena, Tafelberg 1978, dt. Der lange Weg von Poppie Nongena (Übers. Karl H. Kosmehl,
Ullstein, Berlin 1985, vergriffen)
- Kane, Cheikh Hamidou (Senegal), Laventure
ambiguë, Editions Juillard 1961, dt. Der Zwiespalt des Samba Diallo (Übers. János Riesz
u. Alfred Prédhumeau, Lembeck, Frankfurt a.M. 1980)
- Kossa, Ungulani ba ka (Mosambik), Ualalapi, AEMO
- Kourouma, Ahmadou (Côte dIvoire), Les soleils
des indépendances, Le Seuil 1953, dt. Der schwarze Fürst (Übers. Burckhard Forstreuter,
Peter Hammer, Wuppertal 1980, vergriffen)
- Laye, Camara (Guinea), Lenfant noir, Plon 1953,
dt. Einer aus Kurussa (Übers. Rolf Römer, Speer, Zürich 1954)
- Magona, Sindiwe (Südafrika), Living, Loving and Lying
Awake at Night, David Philip Publishers, dt. Bitterer Nektar der Nacht (Übers. Petra Post
u. Andrea Struve, dipa, Frankfurt 1993, vergriffen)
-
Mahfouz, Naguib (Ägypten), The Cairo Trilogy,
Maktabet Misr 1945, dt. Zwischen den Palästen/Palast der Sehnsucht/Zuckergässchen
(Übers. Doris Kilias, Unionsverlag, Zürich 1992-94, z.T. auch als Union TB, 1996)
Diese Trilogie ist ein breitangelegtes Panorama, das die Sensibilitäten und Mentalitäten
der Bewohner Kairos vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 40er Jahre erklärt. In
einer reichen Beschreibung ihres Alltags zeigt es diesen gleichwohl als Teil eines
größeren historischen Prozesses. Machfus erhielt 1988 den Literatur-Nobelpreis.
- Marechera, Dambudzo (Zimbabwe), House of Hunger,
Heinemann 1979, dt. Das Haus des Hungers (Übers. Claus Peter Dressler u. Curt Kaemmerer,
Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1981)
-
Mofolo, Thomas (Lesotho), Chaka, Morija Sesuto Book
Depot 1925, dt. Chaka Zulu (Übers. Peter Sulzer, Unionsverlag TB, Zürich 2000)
Dieses Meisterwerk in einem durchaus kontinentalen Sinn erkundet das Thema der
Macht und ihre Wirkung auf diejenigen, die zu viel Macht haben. Der Überblick über die
Geschichte der Zulu und die zentrale Figur dieser Geschichte ist wahrlich eindrucksvoll.
Durch Mofolo offenbart die Sprache Sesotho ihre natürliche poetische Schönheit. Seit
seiner Veröffentlichung im Jahre 1925 hat dieser Roman Generationen von afrikanischen
Schriftstellern überall auf dem Kontinent inspiriert.
- Monénembo, Tierno (Guinea), Un attiéké pour Elgass,
Le Seuil 1993, dt. Zahltag in Abidjan (Übers. Gunhild Niggestich u. Gudrun Honke, Peter
Hammer, Wuppertal 1996)
- Mutwa, Vusamazulu Credo (Südafrika), Indaba, My
Children, Blue Crane Books, dt. Indaba. Ein Medizinmann der Bantu erzählt die Geschichte
seines Volkes (Übers. Rainer Wegmershaus, Sabine Gerken u. Dirk Jöhnsen, Dianus-Trikont,
München 1983, vergriffen)
- Ngugi wa Thiongo (Kenia), Caitaani Mutharaba-ini,
Heinemann 1980
-
Ngugi wa Thiongo (Kenia), A Grain of Wheat,
Heinemann 1967, dt. Freiheit mit gesenktem Kopf (Übers. Klaus Schultz, Walter, Olten
1979, vergriffen)
Es handelt sich um einen von vier Romanen, die der Autor in englischer Sprache
geschrieben hat und die von einigen der Probleme erzählen, der eine Nation im Werden sich
gegenübergestellt sieht. In diesem Roman entfernt sich der Autor von dem
buchstabengläubigen Christentum seiner frühen Werke, bewahrt aber seinen Respekt vor den
moralischen Werten von Religion. Seine differenzierte Beschreibung von Charakteren, seine
komplexen Erzählstrategien und seine tiefe Humanität wirken zusammen und tragen dazu
bei, dass wir hier einen der anspruchsvollsten und gelungensten afrikanischen Romane vor
uns haben, der nicht ohne Grund in Afrika und weit darüber hinaus viel analysiert und
bewundert worden ist.
- Niane, Djibril Tamsir (Senegal), Soundjata ou
lépopée mandingue, Présence africaine, dt. Soundjata. Ein Mandingo-Epos (Übers.
Helgard Rost, Reclam, Leipzig 1987, 2. Aufl., vergriffen)
- Nyembezi, Sibusiso (Südafrika), Inkinnsela
yaseMgungundlovu, Shuter and Shooter
- Okigbo, Christopher (Nigeria), Labyrinths, Heinemann
1971
- Okri, Ben (Nigeria), The Famished Road, Spectrum Books,
dt. Die hungrige Straße (Uli Wittmann, dtv, München 2000)
- Oyono, Ferdinand (Kamerun), Le vieux nègre et la
médaille, Editions Juillard, dt. Flüchtige Spur Tundi Ondua (Übers. Katharina u.
Heinrich Arndt, Progress Verlag, Düsseldorf 1958, vergriffen)
- Paton, Allan (Südafrika), Cry the Beloved Country,
Jonathan Cape 1948, dt. Denn sie sollen getrüstet werden. (Übers. Marta Hackel, Krüger
Verlag, Frankfurt/Main 1949 (seither viele Auflagen u.a. als Fischer Taschenbuch, z.Zt.
vergriffen)
- pBitek, Okot (Uganda), Song of Lawino, Heinemann
1966, dt. Lawinos Lied/Ocols Li ed. Ein Streitgesang (Übers. Raimund Pousset, Peter
Hammer, Wuppertal 1998)
- Pepetela (Angola), A geração da utopia, Dom Quixote
1992
- Saadawi, Nawal El (Ägypten), Woman at Point Zero, Zed
Books, dt. Ich spucke auf euch. Bericht einer Frau am Nullpunkt (Übers. Anna Kamp,
Frauenbuchverlag, München 1984, vergriffen)
- Salih El Tayeb (Sudan), Season of Migration to the
North, Heinemann, dt. Zeit der Nordwanderung (Übers. Regina Karachouli, Lenos, Basel
1998, 2.Aufl., auch als Lenos TB, 2001)
- Sassine, Williams (Guinea), Le jeune homme de sable,
Présence africaine
- Sembène, Ousmane (Senegal), Les bouts de bois de Dieu.
Le livre contemporain 1960, dt. Gottes Holzstücke (Übers. Peter Schunk, Lembeck,
Frankfurt a.M., 1988)
-
Senghor, Léopold Sédar (Senegal), Oeuvre
poétique, Le Seuil 1961, Botschaft und Anruf (Übers. Jahnheinz Jahn, Lamuv,
Bornheim-Merten 1988, vergriffen)
Der Autor, der erst unlängst im Alter von 97 Jahren starb, ist einer der Gründerväter
des modernen Afrika. Seine politischen Leistungen als erster Präsident seiner Heimat
Senegal sollten freilich nicht sein poetisches Genie verdunkeln. Seine poetischen Werke
sind ohne Zweifel ein Ausdruck afrikanischer kultureller Identität. In seinen Gedichten,
die in viele Sprachen übersetzt sind und immer wieder in Anthologien überall auf der
Welt abgedruckt werden, geht Senghor dem mythischen Ursprung der afrikanischen
Persönlichkeit nach. Seine Philosophie der Negritude hat fast alle späteren
afrikanischen Autoren beeinflusst, besonders jene der 50er und 60er Jahre, die ihm und
seinen Gedichten folgten. In einem Französisch meisterlicher Beherrschung offenbarte
Senghor die Seele Afrikas für Afrika, für die französische Literatur und für die Welt.
- Serote, Mongane (Südafrika), Third World Express,
David Philip Publishers
- Shabaan, Robert Bin (Tanzania), Utenzi wa vita vya
uhuru, East African Literature Bureau
- Sony Labou Tansi (Volksrepublik Kongo), La vie et
demie, Seuil 1979, Verschlungenes Leben (Übers. Bettina Kobold, Eco/edition 8, Zürich
1981)
- Sow Fall, Aminata (Senegal), La grève des battus,
Nouvelles éditions africaines 1978, dt. Der Streik der Bettler oder der menschliche
Abfall (Übers. Caroline Gutberlet, Lembeck, Frankfurt a.M. 1991 und Lamuv, Göttingen
1997, 2. Aufl.)
- Soyinka, Wole (Nigeria), Death and the Kings
Horsemen, Spectrum 1975
- Tchicaya U Tamsi (Volksrepublik Kongo), Le
mauvais sang feu de brousse à triche-cur, P. J. Oswald, dt. Böses
Blut; Buschfeuer/Falsches Herz (Übers. Beate Till, Rimbaud, Aachen 1993 u. 1997)
- Tutuola, Amos (Nigeria), The Palmwine Drinkard, Faber
1952, dt. Der Palmweintrinker (Übers. Walter Hilsbecher, Unionsverlag TB, Zürich 1994)
- Vera, Yvonne (Zimbabwe), Butterfly Burning, Baobab
Books 1999, dt. Schmetterling in Flammen (Übers. Thomas Brückner, Marino bei Frederking
& Thaler, München 2001)
- Vieira, José Luandino (Angola), Nos os do Makulusu,
União dos Ecritores Angolanos 1975
- Vilakazi, B.W. (Südafrika), AmaleZulu,
Witwatersrand University Press
- Kateb Yacine (Algerien), Nedjma, Le Seuil 1956, dt.
Nedschma (Walter Maria Guggenheimer, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1987, Neuaufl., vergriffen)
Wissenschaft und Sachbuch
- Amin, Samir (Ägypten), Accumulation on a World Scale,
Monthly Review Press
- Amadiume, Ifi (Nigeria), Male Daughters, Female
Husbands, Zed Books
- Andrade, Mario de (Angola), Os nacionalismos africanos,
Sa da Costa
- Appiah, Anthony (Ghana), In My Fathers House,
Oxford University Press
- Cabral, Amilcar (Guinea-Bissau), Unity and Struggle,
Monthly Review Press
- Chimera, Rocha (Kenia), Kiswahili, past, present and
future horizons, Nairobi University Press
-
Diop, Cheikh Anta (Senegal), Antériorité des
civilisations nègres, Présence africaine 1955.
Dieses herausragende multi-disziplinäre Werk vertritt die These, dass die Gründer des
pharaonischen Ägypten und besonders des 1. Königreiches in Wahrheit Schwarzafrikaner
waren. Es vertritt eine Theorie, die sich auf ihrem Gebiet in der internationalen
Wissenschaftswelt behauptet hat.
- Doorkenoo, Efua (Ghana), Cutting the Rose, Minority
Rights Group
- Hayford, J.E. Casely (Ghana), Ethiopia Unbound, Cass
- Hountondji, Paulin (Benin), Sur la philosophie
africaine, François Maspero
- Johnson, Samuel (Nigeria), The History of the Yorubas,
G. Routledge & Sons
- Kenyatta, Jomo (Kenia), Facing Mount Kenya, Secker
& Warburg
- Ki-Zerbo, Joseph (Burkina Faso), Histoire de
lAfrique noire, Hatier, dt. Die Geschichte Schwarz-Afrikas (Peter Hammer, 1979)
- Krog, Antjie (Südafrika), Country of My Skull,
Jonathan Cape 1998
- Mama, Amina (Nigeria), Beyond the Mask, Race, Gender
and Identity, Routledge 1995
- Mamdani, Mahmood (Uganda), Citizen and Subject, James
Currey Publishers 1996
- Mandela, Nelson (Südafrika), Long Walk to Freedom,
Little Brown 1994, dt. Der Lange Weg zur Freiheit (Übers. Günter Panske, S. Fischer,
Frankfurt a.M. 1994 u. Fischer TB, Frankfurt a.M., 1997)
- Marais, Eugene (Südafrika), Die Siel van die Mier,
J.L. van Schaik
- Memmi, Albert (Tunesien), Portrait du colonisé suivi
de portrait du colonisateur, LEtincelle 1966, dt. Der Kolonisator und der
Kolonisierte. Zwei Portraits (Übers. Udo Rennert, Europäische Verlagsanstalt, Hamburg
1994)
- Mondlane, Eduardo (Mosambik), The Struggle for
Mozambique, Penguin, dt. Kampf um Mocambique (Übers. Heidi Reichling u. a, März Verlag,
Fankfurt a.M. 1970, Dietz Berlin 1973, beide vergriffen)
- Mphahlele, Ezekiel (Südafrika), Down Second Avenue,
Faber & Faber 1959
- Mudimbe, V.Y. (Demokratische Republik Kongo), The
Invention of Africa, Indiana University Press
- Nkrumah, Kwame (Ghana), Ghana: The Autobiography of
Kwame Nkrumah, Nelson
- Plaatje, Sol (Süd Afrika), Native Life in South
Africa, P.S. King 1916
-
Soyinka, Wole (Nigeria), Ake: The Years of
Childhood, Rex Collings 1981, dt. Ake. Eine Kindheit (Übers. Inge Uffelmann, Ammann,
Zürich 1986)
Die Art und Weise, wie hier von den Wundern der Entdeckung der Welt durch ein
Kind, das seinen Platz in dieser Welt findet, erzählt wird, macht dieses Buch zu einem
Klassiker der Autobiographie. Das Buch bietet einen bemerkenswerten Einblick, wie die
Phantasie eines Autors wächst, dazu auch ein bezauberndes Porträt der Verhältnisse am
Lebensanfang eines großen Autors.
- Van Onselen, Charles (Südafrika), The Seed is Mine,
David Philip Publishers.
Eine besondere Würdigung sprach die Jury für die
achtbändige Kollektion der Unesco, General History of Africa vol. I-VIII, aus. Obwohl das
Werk, das zwischen 1981 und 2000 erschien, auch mit afrikanischen Autorinnen und Autoren
aufwarten kann, konnte es nicht für Afrikas 100 beste Bücher berücksichtigt werden,
weil es von Nicht-Afrikanern herausgegeben wurde und auch Beiträge von Nicht-Afrikanern
enthält. Die Jury verweist aber darauf, dass auch Afrikaner unter den Redakteuren und
Beratern waren. In jedem Falle ist das Werk eine wichtige Quelle für alle Perioden
afrikanischer Geschichte und enthält eine Fülle neuer Erkenntnisse und neuer
Interpretationen.
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| Das Afrika-Bulletin |
Auszüge/Archiv (ab Mai 2002):
Abos:
- Afrika-Bulletin (Abo CHF/Euro 20.- für 4 Ausgaben im
Jahr)
- Schnupperabo bis Ende 2002 (CHF/Euro 10.-)
Redaktion:
- Hans Ulrich Stauffer, baud.stauffer@bluewin.ch
- Administration, Abos und Bestellung von
Einzelexemplaren des Bulletins; Mitgliedschaft im Afrika-Komitee:
Abos und Einzelexemplare:
Afrika-Komitee, Postfach 1072, 4001 Basel
oder: Beatrice Felber Rochat, bfr@freesurf.ch,
Telefon +41 61 692 51 88
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