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| Viel
vom Himmel, wenig in den Leitungen
Wasser in Ghana
Wasser ist Leben. Die Meldungen
über die Privatisierung der Wasserversorgung in zahlreichen
Ländern der Dritten Welt lassen aufhorchen. Wird mit diesem
Basisgut auf dem Buckel der Armen nun das grosses Geschäft
gemacht? Matthias Kuge ist der Frage in Ghana nachgegangen.
Wenn Mary Obang,
die in Accra einen kleinen Marktstand auf dem Kaneshie-Markt
betreibt, früh am Morgen aufsteht, gilt ihr erster Gedanke
dem Wasser. Noch bevor ihre beiden kleinen Söhne Yao und
Kofi wach werden, geht sie mit einem Eimer in der Hand zum Nachbarhaus,
um Wasser zu kaufen. Sie ist nicht die einzige. Frauen und junge
Mädchen aus der ganzen Nachbarschaft kommen, bezahlen 600
Cedis und bringen das Wasser auf dem Kopf balancierend in ihre
Häuser.
Mary bewohnt ein kleines Zimmer in einem compoundhouse, einem
"Mehrfamilienhaus" ghanaischer Art: in jedem Zimmer
wohnt eine mehrköpfige Familie, gekocht wird im Hof auf
offenem Feuer. Aus dem einzigen Wasseranschluss des Hauses kommt
schon lange kein Tropfen mehr, und auch der grünliche Algenbewuchs
auf dem Wasserhahn ist inzwischen eingetrocknet.
Dabei hat Mary Obang Glück.
In Kaneshie, ihrem Quartier, funktioniert die Wasserversorgung
noch einigermassen. Und seit ihr Nachbar sich einen der schwarzen
Plastiktanks aufs Dach stellen liess, gibt es für sie sogar
beinahe täglich Wasser zu kaufen. Accras Wasserwerke können
allerdings nicht jeden Tag liefern. Bleibt das Wasser längere
Zeit aus, lässt der Nachbar sein Reservoir auf dem Dach
durch einen mobilen Tankwagen auffüllen. Aber das ist sehr
teuer, und er muss dafür auch von Mary wesentlich mehr
verlangen. Wenn auch das nicht mehr funktioniert, muss Mary
einen weiten Weg zur nächsten standpipe machen. Dann wird
Wasser für sie doppelt teuer, weil sie in dieser Zeit nicht
auf dem Markt sein kann.
Marys Cousine Theresa ist
vor kurzem mit ihrer Familie aus Tamale nach Accra gezogen und
hat eine Unterkunft im Stadtteil Nima gefunden. Dort, in unmittelbarer
Nähe der noblen Airport Residential Area, gibt es für
die wenigsten Bewohner fliessendes Wasser aus Leitungen. Viele
müssen Wasser aus Tankwagen oder Grundwasserbrunnen beziehen.
Theresa hat schon oft mit Mary über den häufigen Durchfall
ihrer Kinder geredet. Doch das einigermassen saubere Wasser
aus Tankwagen ist teuer. Und so bleibt ihr nichts anderes übrig,
als das Wasser aus dem Brunnen zu nehmen. Manchmal filtert sie
es zum Trinken durch ein Baumwolltuch, um wenigstens den gröbsten
Schmutz rauszufiltern.
Während wir uns im reichen
Europa kaum Gedanken ums Wasser machen, und wir (wie auch der
Autor dieses Beitrags vor seiner Recherche) meist nicht einmal
seinen genauen Preis kennen, bestimmen der Zugang zum Wasser
und seine Qualität das Leben vieler Menschen in Afrika.
Auch das vergleichsweise wohlhabende und stabile Ghana ist da
keine Ausnahme. Es gibt in Ghana keine Wasserknappheit im physischen
Sinne. Selbst im eher trockenen Norden wurde noch vor wenigen
Jahren genügend Reis für die nationale Selbstversorgung
angebaut. Und durch den Akosombo-Staudamm erhielt Ghana 1965
das grösste künstliche Wasserreservoir des Kontinents
Doch seit die Weltbank und der Internationale Währungsfonds
IWF in diesem westafrikanischen Land durch ihre Kreditpolitik
der Privatisierung der Wasserversorgung den Weg ebnen, ist Wasser
ein heiss diskutiertes politisches Thema in Ghana. Fast täglich
ist in den Zeitungen davon zu lesen..
No Bridge over Troubled
Water
Ghanas öffentliche Trinkwasserversorgung
hat ihren Ursprung in kolonialer Zeit. 1928 bauten die Briten
in der damaligen Hauptstadt Cape Coast ein Leitungsnetz für
ihre Kolonialverwalter. Nach und nach wurden auch öffentlich
zugängliche standpipes errichtet.
Als Ghana 1957 in die Unabhängigkeit
„entlassen“ wurde, war sein Start, was die Wasserversorgung
seiner Hauptstadt Accra anging, gar nicht so schlecht. Die alten
Leitungen aus den 30er Jahren wurden nach und nach ersetzt,
man baute weiter öffentliche Brunnen, aus denen sich jeder
bedienen konnte, und ausserhalb der Stadt wurden Pumpwerke errichtet,
die das Wasser ins Zentrum brachten. Nach der Unabhängigkeit
war Wasser für die neuen politischen Führer ein so
wichtiges Thema, dass sie sofort eine autonome Wasserbehörde
ins Leben riefen. 1965 wurde dann die Ghana Water and Sewage
Corporation (GWSC) gegründet, die jedoch bald zu einem
schwerfälligen, zentralistischen Apparat wurde. Die turbulenten
70er und 80er Jahre zogen auch die Wasserversorgung in Mitleidenschaft.
Als Staatsbetrieb wurde die GWSC rasch Opfer einer Vetternwirtschaft,
einflussreiche Politiker hievten ihre Klientel in wichtige Positionen.
Gleichzeitig überforderte die einsetzende Landflucht und
das „wilde“, ungeplante Wachstum der Städte
ihre Infrastruktur.
In den 80er Jahren wandelte
sich Ghana unter der Militärjunta von Jerry Rawlings zu
einem Musterschüler der Weltbank und anderer internationaler
Kreditgeber: Nach aussen wurden die berüchtigten „Strukturanpassungsprogramme“
durchgeführt, während sich im Inneren eine immense
Bürokratie und Korruption entwickelte. Diverse Versuche,
die GWSC zu dezentralisieren und zu reformieren, scheiterten.
Einziger Effekt: Binnen zwei Jahren verloren an die 2000 Angestellte
der GWSC ihre Arbeit und die Wasserversorgung geriet an den
Rand des Kollaps. Ein Drittel der Pumpen und Leitungen fiel
während dieser Zeit aus und der Rest funktionierte nur
sporadisch. Zu allem Überfluss stoppte die Regierung 1986
auf Empfehlung der Weltbank die Zuschüsse zum Wasserpreis,
wodurch die GWSC noch mehr in Schwierigkeiten geriet.
Als 1993 demokratische Parteien
die militärischen Machthaber ablösten, wurde weiter
an der nationalen Wasserbehörde „herumgebastelt“.
Die Behörde war chronisch überfordert. In Accra entstanden
neue Wohnviertel wie Kwashieman, Adenta oder Ashalley Botwe
und in Stadtteilen wie Nima, New Town oder Maamobi nahm die
Bevölkerung rapide zu. Dort mussten die ärmeren Bewohner
nun das Wasser in Eimern kaufen. Geschäftstüchtige
Nachbarn oder die Besitzer der Wassertankwagen verlangten bis
zu 500 Cedis, während man in den reichen Quartieren weiterhin
den offiziellen Preis von 45 Cedis zahlte.
In den 80er Jahren machte
Ghana auch die erste Bekanntschaft mit einer multinationalen
Wasserfirma. Unter der Tarnkappe von „capacity building“
organisierte die britische Thames Water die diversen Restrukturierungsbemühungen.
Mitte der 90er Jahre wurde nach all den gescheiterten millionenschweren
Effizienzsteigerungen die totale Privatisierung ins Auge gefasst.
Ausländische Firmen sollten die Wasserversorgung Accras
übernehmen. Doch das Vorhaben scheiterte, weil die Weltbank
ihre 100 Mio. US$- Kreditzusage im Jahr 2000 zurückzog.
Der Grund: Es wurde bekannt, dass die Enron-Tochter Azurix den
Zuschlag für das Projekt durch Bestechung eines Ministers
erreicht hatte.
Kurz darauf wurde die Idee
eines Leasing-Modells geboren. Wie auch in den früheren
Jahren wurde die betroffene Öffentlichkeit von der Regierung
kaum informiert. Nur stückweise und oft auf Umwegen erfuhr
die Bevölkerung Ghanas von den bevorstehenden Veränderungen.
2001 begannen die Vorbereitungen zur Ausschreibung und im gleichen
Jahr kam auch der organisierte Widerstand gegen die Privatisierung
auf.
Schon vorher, im Jahr 1998,
wurde die GWSC in zwei verschiedene Organisationen aufgeteilt.
Die privatrechtlich organisierte Ghana Water Company Limited
(GWCL) ist nur für das Trinkwasser der städtischen
Regionen zuständig während die Ghana Water and Sewage
Agency (GWSA) die ländliche Wasserversorgung unter sich
hat. Der GWSA obliegt zusätzlich auch die Verantwortung
über sämtliche urbane Abwassersysteme, also auch diejenigen
der beiden grössten Städten Accra und Kumasi. Dieser
ganze Umstrukturierungs- und Privatisierungsprozess wurde durch
eine eigens dafür geschaffene Regierungsagentur namens
Water Sector Restructuring Secretary (WSRS) geleitet, deren
Mitarbeiter bezeichnenderweise von der Weltbank bezahlt werden.
Das jahrelange Versagen der
staatlichen Behörden, die prekäre Versorgungslage
und die ungerechten Preise privater Wasserhändler werden
von den Befürwortern der Privatisierung als Argument genommen,
dass jetzt nur noch technisch und finanziell potente ausländische
Konzerne zur Verbesserung der Situation beitragen können.
Wo der Staat versagt hat, können nach ihrer Auffassung
einzig noch Privatinitiative und Marktgerechtigkeit eine Änderung
herbeiführen.
Wasser und Gesundheit
„Water is Life“
– eine Binsenwahrheit, die aber auch die realen Lebensbedingungen
der Menschen widerspiegelt: nach Angaben der Nationalen Gesundheitsbehörde
werden 70 Prozent der Erkrankungen in Ghana durch schlechtes
Trinkwasser verursacht. Dort sterben jährlich 85’000
Menschen an Diarrhöe, davon sind 25 Prozent Kinder unter
5 Jahren. Es mangelt nicht etwa an der nötigen Händehygiene,
wäscht man sich doch in Ghana vor dem Essen die Hände.
Vielmehr liegt es am unsauberen Wasser. So hat nach offiziellen
Statistiken nur knapp die Hälfte aller Ghanaer Zugang zu
sauberem Trinkwasser. In den Städten sind es etwas mehr
(ca. 60-70%, je nach Quelle), auf dem Land erheblich weniger
(ca. 40%). Doch nur aus der Hälfte der städtischen
Wasserhähne kommt überhaupt Wasser und in den ärmeren
Quartieren funktionieren vielleicht gerade mal 15 Prozent der
Anschlüsse.
Bei den sanitären Anlagen
sieht es ähnlich aus. Nur eine verschwindende Minderheit
der Bewohner Accras hat eine Toilette mit Wasserspülung.
Die meisten Leute benutzen Latrinen unterschiedlicher Qualität.
Knapp einem Viertel steht überhaupt keine sanitären
Einrichtungen zur Verfügung, d.h. weder WC noch Latrine.
Nach einem Eingeständnis
der Ghana Water Company geht ein Drittel des durch die Leitungen
gepumpten Wassers durch Lecks verloren. Aber auch ohne Verluste
wäre das System nicht mehr in der Lage, jedem Anschluss
jederzeit Wasser zu liefern. In vielen Stadtteilen Accras gibt
es nur an einzelnen Tagen Wasser und dies oft nur für ein
paar Stunden. Diese erratische Wasserversorgung durch die GWCL
hat typische Folgen für die Verbraucher und ihre Gesundheit:
Wann immer Wasser fliesst, versuchen die Leute, es in irgendwelchen
Behältern zu sammeln. Aber abgefülltes Wasser wird
schnell von Keimen besiedelt und bietet darüber hinaus
Moskitos eine ideale Brutstätte. Zudem versucht man bei
der Ghana Water Company den chronischen Mangel gleichmässig
zu verteilen. Dabei werden viele Leitungen teilweise leer gepumpt.
Das gibt fäkalienverseuchtem Oberflächenwasser zusätzlich
eine Chance, ins System einzudringen.
Nicht nur verwöhnten
europäischen Nasen, sondern auch Besuchern aus anderen
afrikanischen Ländern fallen die offenen, stinkenden Abwasserkanäle
der ghanaischen Städte unangenehm auf. Es ist die zweite
Seite der gleichen Problematik. Die ungedeckten Kanäle
müssen nicht nur Regen und Abwasser, sondern auch viel
Haushaltsmüll aufnehmen. Da in ihnen das Abwasser mehr
steht als fliesst, sind sie ideale Brutstätten für
krankheitsübertragende Insekten. An vielen Stellen in Accra
kann man sehen, wie die Brühe im Boden versickert. Kommt
es in der Nähe zu Leitungsbrüchen im Trinkwassersystem,
besteht die Gefahr der Kontaminierung. Bezeichnenderweise sind
Typhus und Cholera nicht mehr nur auf dem Land, sondern auch
in Städten wie Kumasi und Accra weit verbreitet. Letztere
trat mit zwei grossen Epidemien 1991 und 1998/99 in Erscheinung.
Im Norden Ghanas ist die Situation
besonders prekär. Familien oder ganze Dörfer, die
sich die Kosten und den Unterhalt von Wasserpumpen nicht leisten
können, kehren unter dem wirtschaftlichen Druck unweigerlich
zu ungeschützten Wasserquellen wie Flüsse, Tümpel
oder Oberflächenbrunnen zurück. Und das in einer Gegend,
in der Bilharziose und der Guinea Wurm endemisch sind. Tragischerweise
wird gerade die wirtschaftlich aktive Bevölkerung am meisten
von diesen beiden Krankheiten betroffen.
Es sind diese Zustände,
die krank machen. Und vieles hängt von sauberem Wasser
ab. Eine Studie der Universität von Ghana zeigte eindeutig,
dass äussere Lebensbedingungen wie Gemeinschaftslatrinen,
unterbrochene Trinkwasserzufuhr oder offene Wasserbehälter
die Chance auf Durchfallerkrankungen bei Kindern wesentlich
mehr erhöhen als individuelles, persönliches Verhalten
wie Händewaschen. |
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Anatomie eines Deals
Der Drang zur Privatisierung
Bis Mitte der 90er Jahre
gab es nur wenige privatisierte Wasserversorgungen in Afrika,
vornehmlich im frankophonen Teil des Kontinents. Seit 2000 ist
aber überall eine starke Tendenz zur Privatisierung des
Wassers zu beobachten. Matthias Kuge zeichnet die Entwicklung
nach.
Hinter dieser Entwicklung
stehen verschiedene Kräfte, die ineinander greifen und
sich gegenseitig verstärken.
Zum einen waren die schwarzafrikanischen
Regierungen nach der Unabhängigkeit nicht fähig, die
in ihren Besitz gelangten Wasserwerke erfolgreich zu managen
und den sich verändernden Bedingungen anzupassen. Besonders
mit dem raschen Anwachsen der Städte konnte der Ausbau
der Infrastruktur nicht mithalten. Der ghanaischen Geograph
Jacob Songsore von der Universität Accra beschreibt dies
zu Recht als „Urbanisierung ohne Entwicklung“.
Zum anderen wird in Afrika
die nationale Politik mehr als in Lateinamerika oder Asien von
der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds dominiert.
Fast ausnahmslos hängen die schwarzafrikanischen Staaten
am Tropf der internationalen Kreditgeber und oft werden Programme
der Weltbank zu Regierungsprogrammen. Schon in den 80er Jahren
hatten die „Strukturanpassungsprogramme“ der Weltbank
auf die Deregulierung und wirtschaftliche Liberalisierung der
jungen afrikanischen Staaten sowie die Reduktion der Sozialausgaben
auf ein langfristig finanzierbares Niveau hingewirkt. Seit dem
Ende der 90er verbindet die Weltbank immer häufiger Kreditzusagen
mit der Privatisierung der Wasserversorgung. Mali, Kamerun oder
Kenia sind nur einige Beispiele dieser Kreditpolitik.
Die seit 2001 laufenden GATS-Verhandlungen
der WTO in Genf haben ebenfalls eine völlige Marktöffnung
der Wasserversorgung zum Ziel. Durch den Abbau von Handelshemmnissen
soll den grossen multinationalen Konzernen der Weg in die lokalen
Wassermärkte erleichtert werden. Die afrikanischen Staaten,
die sich diesen Verträgen anschliessen, können dann
kaum noch auf einem nationalstaatlichen Versorgungsmonopol beharren.
Darüber hinaus gibt es
noch den Bereich der zwischenstaatlichen Politik, mit der sich
die Tendenz zur Wasserprivatisierung erklären lässt:
Wenn etwa die EU von Südafrika einen erleichterten Zugang
der französischen und deutschen Wasserfirmen fordert und
Südafrika seinerseits ein starkes Interesse an vermehrtem
Export von Dosenfrüchten in die EU hat. „Paketlösungen“
nennt man das dann im Verhandlungsjargon. Auch Ghana –
dem es dank hoher EU-Schutzzölle nicht möglich ist,
verarbeitete Kakaoprodukte nach Europa zu exportieren –
hätte ein ähnliches Interesse an solch einem Handel.
Paperwork
Angefangen hatte alles recht
harmlos. Mitte der 90er Jahre bemängelte die Weltbank in
einem ihrer zahllosen Strategiepapiere die nur schleppend vorankommende
Privatisierung in Ghana. Gemeint war damit vor allem die staatliche
Kontrolle über den Kakao-Export. Bald darauf wurde Ghana
zum „target country“ erkoren. In ihrem Special Program
of Assistance to Africa (SPA) rief sie die Regierung zur Beschleunigung
der Privatisierung auf und schloss nebenbei auch die Wasserversorgung
in diese Forderung mit ein. Im Jahr 2000 legte die Weltbank
in ihrer Country Assistance Strategy 2001 – 2003 offen
die Marschrichtung fest: Gelänge es der Regierung nicht,
die Privatisierung des staatlichen Wassersektors voranzutreiben,
drohten Weltbank und IWF mit drastischen Kreditkürzungen.
Die Weltbank folgt dabei einer einfachen Logik: Wenn ein Land
massiv verschuldet ist und ein ständiges Haushaltsdefizit
aufweist, kann es nicht in der Lage sein, eine öffentliche
Wasserversorgung zu finanzieren. Stattdessen soll von den Verbrauchern
ein Preis verlangt werden, der die effektiven Kosten deckt.
Die staatliche Infrastruktur muss durch ein effizienteres und
günstigeres Privatunternehmen übernommen werden. Im
Gegenzug zu diesen Weltbankplänen veröffentlichte
die Regierung von Ghana im August 2000 das Poverty Reduction
Strategy Paper, in dem sie ihrerseits die Privatisierung der
Wasserversorgung festschrieb.
Ein erster konkreter Übernahmeversuch
durch eine ausländische Wasserfirma erfolgte Ende der 90er
Jahre. Geplant war eine Privatisierung der städtischen
Wasserversorgung nach dem so genannten BOOT-Modell, bei dem
die Betreiberfirma das Wassersystem aufbaut (Build), besitzt
(Owend),. betreibt (Operate) und dann nach Vertragsende an den
Staat übergibt (Transfer). Die Enron-Tochter Azurix bewarb
sich um das 285 Mio. U$ starke Wasserprojekt. Doch der Deal
platze im Frühjahr 2001, als bekannt wurde, dass Azurix
hohe Regierungsbeamte mit über 5 Mio. U$ bestochen hatte.
Die Weltbank zog daraufhin ihre Kreditzusage von 100 Mio. U$
zurück.
Vom Leasing zum Management
– vom Regen in die Traufe
Das Privatisierungsvorhaben
von Weltbank und Regierung erhielt dadurch aber nur einen kurzen
Rückschlag. Schon vorher hatten britische und US-amerikanische
Beraterfirmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit diverse
Business-Pläne für die so genannte Private Sector
Participation (PSP) im Wassersektor vorgelegt. Darunter befand
sich auch die Idee eines Leasing-Vertrages von sehr langer Laufzeit.
Betrieb und Aufrechterhaltung der Wasserversorgung wären
demnach Aufgabe einer privaten Firma gewesen, der Staat wäre
nur noch nominell Besitzer der „Hardware“ (Pumpen,
Leitungsrohre etc.) geblieben. Nach Informationen, die später
allmählich durchsickerten, wären die privaten Betreiberfirmen
auch nicht für die Versorgung ärmerer Stadtviertel
verantwortlich gewesen.
Ende 2002 startete das Ausschreibungsverfahren.
Soweit bekannt wurde, bewarben sich mehrere transnationale Gesellschaften.
Selbstverständlich waren die Grossen der Branche wie Vivendi
(jetzt Veolia), Saur International oder Suez Lyonnaise des Eaux
vertreten, aber auch so illustre Firmen wie die US-amerikanische
Halliburton oder die britische Biwater. Besonders Biwater kann
auf eine lange Liste erfolgloser oder missratener Wasserprojekte
auf dem afrikanischen Kontinent zurückblicken. Im Verlaufe
der Ausschreibung begannen die Bewerber mit der Regierung um
die Höhe der verlangten Investitionen zu feilschen. Aus
den ursprünglich 70 Mio. U$ wurden 30 Mio. U$. Später
war ihnen auch diese Summe zu hoch. Die Multis wünschten
sich ein risikofreies Arrangement. Anfang 2003 wurde allen Beteiligten
klar, dass der Leasing-Vertrag so nicht mehr zustande kommen
würde. Die Regierung Ghanas und die Weltbank entschlossen
sich, die Privatisierung unter veränderten Voraussetzungen
durchzuführen.
Das „neue“ Arrangement
sieht einen Management-Vertrag mit einer Laufzeit von fünf
Jahren vor. Darin eingeplant ist die Möglichkeit, diesen
um 10 bis 25 Jahre zu verlängern oder gar erneut in einen
Leasingvertrag übergehen zu lassen. Konkret bedeutet der
Management-Vertrag, dass die Firma zwar nicht Besitzerin, aber
Betreiberin der Wasserversorgung ist und ihr sämtliche
ghanaischen Mitarbeiter direkt unterstehen. Die Firma würde
die Wassergebühren erheben und verwalten und hätte
das Recht, Wasser nur an Personen zu liefern, die ihre Rechnungen
auch bezahlen. Ferner gäbe er der ausländischen Firma
das Recht, alle Gewinne in ihr Mutterland zu transferieren.
Reinvestitionen in Ghana sind nicht vorgesehen. Alle infrastrukturellen
Erneuerungen unterliegen einem „copy right“ und
die Regierung bzw. die ghanaische Wasserbehörde müsste
sie nach Ablauf des Vertrages zurückkaufen und zwar zu
einem Preis, den es erst dann auszuhandeln gilt. Wieder bewerben
sich Veolia Enviroment (ehemals Vivendi) und Saur International.
Neu dazu kommen die südafrikanische Rand Water sowie die
niederländische Vitens.
Auch die ländliche Wasserversorgung
soll entgegen ursprünglichen Plänen privatisiert werden.
Doch anders als beim lukrativen Wasser der Metropolen Accra
und Kumasi soll dies von einheimischen Firmen übernommen
werden. Beobachter fürchten, dass schon jetzt hohe Regierungsbeamte
mit ihren Firmengründungen in den Startlöchern sitzen.
Und wie bereits bei dem 2003 abgeblasenen Leasingverfahren werden
Beratungsfirmen aus dem reichen Norden herangezogen, darunter
auch die deutsche Ingenieurgesellschaft für Internationale
Planungsaufgaben (IGIP) aus Darmstadt.
Zwischen 800 Mio. und 1,2
Mrd. U$ wird die Totalsanierung der Wasserversorgung wohl kosten,
wenn die Regierung von Ghana ihr ehrgeiziges Ziel, in ein paar
Jahren alle Ghanaer mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, erreichen
will. Auch wenn es sich dabei nur um Schätzungen handelt
– es sind sogar Summen bis zu 1,8 Mrd. U$ im Umlauf –
sicher ist, dass auch die Wasserbehörde Ghana Water Company
für die Privatisierung vorbereitet wird. Erst kürzlich
hat die Regierung deren Schulden von rund 100 Mio. U$ abgeschrieben.
In einem weiteren Schritt sollen in der nächsten Zeit zusätzlich
die Hälfte der 4'600 Angestellten entlassen werden.
Lokales Wasser, globale
Preise
Zusammen mit der Elektrizität
wird der Wasserpreis in Ghana von der staatlichen Public Utilisation
Regulatory Commission (PURC) festgelegt. Zwar kommt das Wasser
zu 100 Prozent aus ghanaischem Boden, aber der Preis wird zum
grössten Teil durch ausländische Faktoren bestimmt.
Neben dem Ölpreis bestimmt vor allem der Kurs des US-Dollars,
wie viel die Ghanaer für ihr Wasser zu zahlen haben. Der
Tarif ist unmittelbar an den Wechselkurs des ghanaischen Cedi
zum Dollar gebunden. Er wird zuerst in U$ berechnet, dann in
Cedis umgerechnet und in dreimonatigen Abständen von der
PURC publiziert. Allerdings gilt dieser Tarif nur für die
Ghana Water Company, nicht aber für die Wiederverkäufer.
Steigt die Inflation wie in den letzten Jahren, so wird das
Wasser immer teurer, ohne dass sich das effektive Einkommen
der Bevölkerung geändert hätte.
Dieses von der Weltbank initiierte
Verfahren dient dem Zweck, die Einnahmen zukünftiger ausländischer
Betreiber stabil zu halten. Und solange diese Tarifpolitik nicht
aufgegeben wird, kann sie als Indikator gelten, dass Weltbank
und Regierung ihre Privatisierungspläne nicht aufgegeben
haben.
Gegenwärtig wird das
Wasser auf der Grundlage eines so genannten Block-Modells verkauft.
Für diejenigen, die unter 20 m3 konsumieren, werden 4’031
Cedis pro Kubikmeter berechnet (ca. 0,6 Fr). Wer mehr verbraucht,
zahlt den höheren Satz von 5’528 Cedis (ca. 0,8 Fr),
Industrie und Gewerbe zahlen 6’220 Cedis pro m3 (ca. 0,9
Fr).
„Our water is
not for sale !“
Wo immer in der Welt von Regierungen
und Geldgebern wie Weltbank und Währungsfonds der Privatisierung
der Wasserversorgung das Wort geredet wird, werden von Seiten
der Betroffenen Bedenken geäussert und regt sich verständlicherweise
Widerstand. Auch so in Ghana.
Alarmiert durch die enormen
Tariferhöhungen der letzten Jahre, die Skandale um die
ausländischen Firmen und die sich abzeichnende heimliche
Umstrukturierung der Wasserversorgung fanden sich im Frühjahr
2001 Angehörige der Zivilgesellschaft zu einer viertägigen
öffentlichen Anhörung zusammen. Neben Betroffenen
und Konsumenten wurden auch Vertreter von Regierung und Weltbank
eingeladen. Aus diesem Anlass heraus gründete sich im Mai
2001 die National Coalition against the Privatisation of Water
(NCAP). Getragen wird sie vom ghanaischen Gewerkschaftsverband
Ghana Trade Union Congress (TUC), dem Christian Council of Ghana,
der National Union of Ghana Students, der Verbraucherorganisation
Consumer Association of Ghana und NGOs wie Integrated Social
Development Centre (ISODEC), Third World Network und African
Trade Network. Die gemeinsame Plattform all dieser Organisationen
bildete die „Erklärung von Accra“ (The Accra
Declaration on the Right to Water), die im Anschluss der Anhörung
verabschiedet wurde. Deren Kernforderungen sind:
- Sauberes Trinkwasser für
alle Ghanaer garantiert durch einen Verfassungsartikel
- Veröffentlichung aller
Verträge und Dokumente, die sich um die Wasserversorgung
Ghanas drehen
- Einbeziehung der öffentlichen
Meinung und direkte Beteiligung der Bevölkerung an der
Reform der Wasserversorgung
- Kein Transfer der Wasserversorgung
an ausländische transnationale Konzerne
Das Bündnis ist der einhelligen
Meinung, dass Regierung und Weltbank besser die Kapazität
und Effizienz der Ghana Water Company steigern sollten, statt
den Weg für ausländische Wasserkonzerne zu bereiten.
Kritisiert wird auch die weltweit unübliche Trennung in
eine Organisation nur für Städte (die Ghana Water
Company) und eine nur für die Provinz, inklusive Abwasserversorgung
für ganz Ghana (die Ghana Water and Sewage Agency). NCAP
sieht darin und in der dann folgenden Privatisierung der städtischen
Wasserversorgung ein „cherry picking“, ein „Rosinenpicken“
durch die ausländischen Konzerne. Nicht die Grundversorgung
der gesamten Bevölkerung hat Vorrang, sondern der Gewinn
ausländischer Firmen.
Möglichst früh suchte
die Koalition auch die Partnerschaft von Bürgerorganisationen
der Länder, aus denen die möglichen Verwalter und
Kontrolleure ihres Wassers kommen. Das sind zum Beispiel die
vom „Verbraucheranwalt“ Ralph Nader gegründete
Public Citizen aus den USA oder die britischen Christian Aid
und Oxfam. Für die Ghanaer ist diese Internationalisierung
ihres Widerstandes ein bedeutsames Gegengewicht zur omnipotenten
Präsenz der Wassermultis. Vor Ort, das heisst in den betroffenen
Stadtvierteln und Dörfern, ist NCAP über Local Action
Committees aktiv.
Neben den klassischen Methoden
der Öffentlichkeitsarbeit wie Flugblätter, Aufkleber,
T-Shirts, Auftritte in den Medien etc. tat sich die NCAP durch
profunde Sachanalysen hervor. So führte beispielsweise
ISODEC eine Untersuchung über die Verbreitung und Nutzung
von handgegrabenen Brunnen in Accra durch. Zwei Jahre nach ihrer
Gründung veranstaltete NCAP in Accra im Mai 2003 das Pan-African
Water Forum, auf dem sich Betroffene und Aktivisten aus vielen
Ländern des Kontinents zum Austausch trafen.
Ein Treffen mit noch grösserer
Reichweite fand im Frühjahr 2002 statt, als NCAP eine internationale
Beobachterdelegation nach Ghana einlud, um die Problematik der
Wasserprivatisierung von unabhängiger Seite aus betrachten
zu lassen. Diese „Fact Finding Mission“ war ein
wichtiges Element in der Auseinandersetzung mit Weltbank und
Regierung, und seitdem ist die Koalition auch bei der Weltbank
ein ernst zu nehmender Gegner.
In den knapp vier Jahren ihres
Bestehens konnte NCAP die Privatisierung des Wassers in Ghana
zu einem öffentlich diskutierten Thema machen. Die Heimlichkeit,
mit der die Regierung das Projekt betrieb, konnte somit unterlaufen
werden. Viele Aktive der Koalition sind durchaus der Meinung,
dass das Scheitern des ursprünglichen totalen Verkaufs
und später des Leasing-Vertrags auf ihre hartnäckige
Kampagne zurückzuführen ist.
Obwohl sich NCAP an die zivilen
und demokratischen Spielregeln hält, ist ihr doch eine
gewisse Militanz nicht abzusprechen. So warnte Al-Hassan Adam,
ein Repräsentant der Bewegung, gegenüber der ausländischen
Presse deutlich vor den Folgen der Privatisierung: „If
privat companies come in now and rise tariffs, there will be
war!“ Und Mitglieder des Local Action Committee im Stadtteil
Sukura in Accra erklärten mir mit deutlichem Hinweis auf
ihre geschliffenen Macheten, was sie im Falle einer Übernahme
ihres Wassers durch ausländische Firmen zu tun gedenken.
Aber bislang überwiegen im Kampf um das Wasser friedliche
und fantasievolle Formen des zivilen Ungehorsams. So rief vor
den letzten Parlamentswahlen eine Bürgergruppierung in
Teshie mit dem Slogan „No Water no Vote!“ zum Wahlboykott
auf.
Es fällt auf, wie sehr
die Protagonisten des NCAP die internationale Wasserszene beobachten.
In Diskussionen wird immer auf Beispiele in anderen Ländern
Bezug genommen. Die Tariferhöhungen in afrikanischen Ländern
werden genauso beobachtet, wie auch das Verhalten und die Situation
der Wassermultis (etwa die Finanzprobleme von Vivendi oder der
Ausstieg von Biwater aus der Wasserversorgung Tansanias und
Zimbabwes). Die Aktivisten der Koalition NCAP sehen Ghana und
die Privatisierung des Wassers in bester Nkrumah’scher
Tradition in einem grösseren afrikanischen Zusammenhang.
Oder wie Victoria Adongo von ISODEC es ausdrückte: „If
they succeed in Ghana, they will go on with privatisation on
the whole continent of Africa.“
Kurzportrait
Ghana
m.k. Ghana war der
erste Ort, an dem die europäischen Mächte im
15. Jahrhundert südlich der Sahara Handelsniederlassungen
gründeten, und Ghana war auch das erste schwarzafrikanische
Land, das 1957 seine Unabhängigkeit erlangte. Zum
ersten Präsidenten wurde Kwame Nkrumah gewählt,
ein Protagonist der Pan-Afrikanischen Bewegung. Trotz
seiner natürlichen Reichtümer und eines guten
Schul- und Verwaltungssystems geriet Ghana bald in eine
schwere, lang anhaltende wirtschaftliche Krise, die bis
in die 90er Jahre anhielt. 1985 verdiente ein Arbeiter
nur noch ein Viertel dessen, was er 1975 bekam. Der Preiszerfall
der Hauptexportprodukte Kakao und Gold bescherten dem
Land zweistellige Inflationsraten.
1981 bis 1992 regierte
eine Militärregierung unter der Führung von
Jerry Rawlings, der auch nach Durchführung demokratischer
Wahlen bis 1996 als Präsident regierte. Rawlings
machte Ghana zu einem Musterschüler der Weltbank.
Seit Mitte der 90er Jahre herrscht in diesem multiethnischen
Staat eine für afrikanischen Verhältnisse bemerkenswerte
politische Stabilität und Offenheit, zu der auch
eine sehr selbstbewusste Zivilgesellschaft gehört.
Trotzdem kam es 1994/95
im Norden zu schweren ethnischen Auseinandersetzungen,
in deren Verlauf an die 1'000 Menschen starben und über
150'000 aus ihren Wohngebieten vertrieben wurden.
Ghana ist einer der
bedeutendsten Goldexporteure der Welt. Mit drastischen
Konsequenzen für Mensch und Umwelt: immer wieder
kommt es in den Minen zu Unfällen und das verwendete
Quecksilber vergiftet die Umgebung, da für jedes
gewonnene Gramm Gold in Wasser und Boden zwei Gramm Quecksilber
zurückbleiben.
Das Gesundheitssystem
ist für afrikanische Verhältnisse vergleichsweise
akzeptabel. Die HIV-Rate bewegt sich zwischen 3 und 4
Prozent (südl. Afrika: 25%, Kenia: 10%). Das grössere
Problem dürfte in der massiven Abwanderung von Fachleuten
bestehen: Über die Hälfte der Krankenschwester
verlässt kurz nach Abschluss der Ausbildung das Land
(so wollte keine einzige Krankenschwester, mit der ich
sprach, in Ghana bleiben).
Herausragendes sozioökonomisches
Moment ist das starke und rasche Anwachsen der Städte,
besonders dasjenige von Accra. Jährlich wandern dort
über 30'000 neue Bewohner von ausserhalb hinzu. Bei
einer urbanen Wachstumsrate von 4,4 Prozent werden im
Jahr 2010 über 50 Prozent der Einwohner Ghanas in
Städten wohnen.
Heute leben im 238
000 km2 grossen Land etwas mehr als 20 Mio. Menschen. |
Vom Verhältnis Armut zu Wasser
m.k. 40 Prozent der Ghanaer gelten nach landesüblichem
Masstab mit einem Einkommen von weniger als 2'500 Cedis (<
0,5 U$) pro Tag als arm. 27 Prozent sogar als sehr arm, weil
sie mit weniger als 1'900 Cedis (< 0,3 U$) am Tag auskommen
müssen. Das offizielle durchschnittliche Jahreseinkommen
in Ghana beträgt circa 400 U$ Dollar (Vergleich Schweiz:
ca.50’0000 U$). Gemäss einer Untersuchung der ghanaischen
NGO ISODEC geben die Armen in Accra (z.B in den Stadtteilen
Madina, Maamobi, Nima oder Ashiaman) bis zu 25 Prozent ihres
täglichen Einkommens für Wasser aus.
Wassertankwagen – Privatisierung à la
Africaine
m.k. Wer aufmerksam durch Accras Strassen läuft, wird
die Wassertankwagen kaum übersehen können. Die schätzungsweise
150 Fahrzeuge, darunter auch etliche ehemalige Öltankwagen,
versorgen ca. ein Drittel der Bewohner der Agglomeration Accra.
Ursprünglich brachten sie Wasser zu den Baustellen in die
noch nicht erschlossenen Teile der Stadt. Als sich in den 90er
Jahren aber die Differenz zwischen dem Wasserbedarf der stetig
anwachsenden Bevölkerung und der stagnierenden Versorgungskapazität
der GWCL immer mehr vergrösserte, wurde das System auf
Hauslieferungen ausgedehnt. Füllten die Fahrer anfänglich
ihre Tanks aus Flüssen oder sogar heimlich aus Feuerhydranten,
so wurden später von der GWCL an zentralen Orten reguläre
Abfüllanlagen gebaut. Betrieben werden sie von Tanker Owner
Associations, die zunächst der GWCL das Wasser abkaufen,
um es dann ihrerseits an die Tankwagenbesitzer weiter zu verkaufen.
Doch auf dem Weg zum Endverbraucher macht das Wasser eine erstaunliche
Preissteigerung durch. So kann es passieren, dass eine Familie,
die keinen eigenen Anschluss hat und auf Tankerwasser angewiesen
ist, im schlimmsten Fall zehnmal so viel bezahlen muss, als
wenn sie es direkt von der GWCL beziehen würde. Diese „Preisgestaltung“
halten viele Einwohner Accras schlichtweg für unmoralisch,
auch wenn sie sie mangels Alternativen akzeptieren müssen.
Wasser mittels Tankwagen zu den Menschen zu bringen, gilt nicht
nur wirtschaftlich als die teuerste Art der Wasserversorgung
(auch in Ghana steigen die Benzinpreise stetig). Es ist auch
die teuerste für die, die ohnehin schon wenig haben.
Der Guinea-Wurm – ein Wesen wie aus dem Gruselkabinett
m.k. Der Guinea-Wurm mit dem vornehmen akademischen Namen Dracunculus
medinensis ist ein Hautparasit, der durch den menschlichen Körper
wandert. Die Larven des Wurms werden durch Wasserflöhe
beim Trinken aus stehenden Gewässern [auf den Menschen]
übertragen. Gelangen die Larven in den Magen, entwickeln
sie sich zu erwachsenen Würmern, die sich auch im Körper
des Wirts paaren und vermehren können. Während das
männliche Tier bald stirbt, wandert das Weibchen durch
den menschlichen Körper. Es kann bis zu einem Meter lang
werden und ist ungefähr so dick wie der Draht einer Büroklammer.
Etwa ein Jahr nach der Infektion versucht das Tier die Haut
seines menschlichen Wirtes zu durchdringen. Bevorzugte Austrittsstelle
sind die Beine, Knöchel oder Fussohlen. Das verursacht
Ödeme, sehr schmerzhafte Blasen und offene Wunden. Läuft
eine befallene Person durch Wasser, setzt das Weibchen tausende
seiner befruchteten Eier ab, die wiederum von den Wasserflöhen
gefressen werden. Zwar stirbt der Wurm im menschlichen Körper
dann nach drei Wochen, zurück bleiben aber immer schlecht
heilende, infizierte Wunden. Eine betroffene Person ist so unter
Umständen für Monate invalid. Solange der Wurm aber
noch lebt, kann seine „Extraktion“ nur beschleunigt
werden, indem man ihn vorsichtig auf ein Stäbchen wickelt
und ihn sachte, ohne ihn abzureissen, jeden Tag einen Zentimeter
mehr herauszieht. Ein toter Wurm aber muss chirurgisch entfernt
werden. Leider gibt es keine medikamentöse Therapie oder
Prophylaxe. Der einzige Schutz besteht im Konsum von gereinigtem
Wasser (Filter oder Grundwasserbrunnen).
Ghana weist die weltweit zweithöchste Infektionsrate auf.
Von einer Ausrottung wie in den Nachbarländern ist man
noch weit entfernt, solange die Versorgung der ländlichen
Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser nicht gesichert ist.
Selbst der Direktor für das öffentliche Gesundheitswesen,
George Amofal, bezeichnete die Situation als äusserst unbefriedigend
und zweifelte an der Effizienz der Brunnenbohrerei von Regierung
und NGOs, solange die Armen zu kostenlosen und damit verseuchten
Wasserquellen Zuflucht nehmen müssen.
Wasser ist Frauensache
m.k. Fragt man in Accra den sprichwörtlichen Mann von
der Strasse, wie viel in seiner Familie für Wasser ausgegeben
wird, kriegt man als Antwort: „I don’t know. Go
and ask my wife.“ Verfügt eine verheiratete Frau
nicht über eigenes Einkommen, so ist sie vom „chop
money“ (Haushaltsgeld) des Ehegatten abhängig und
muss damit auch die Kosten des Wassers für die Familie
bestreiten. Nicht anders als in der traditionellen afrikanischen
Familie ist auch im heutigen Ghana die Sorge ums Wasser eine
Aufgabe von Frauen und Kindern. In den ärmeren Wohnvierteln
Accras machen sich junge Mädchen teilweise schon um vier
Uhr morgens auf den Weg zu den günstigeren Wasserstellen.
Die meisten kommen dann später völlig übermüdet
in die Schule. |
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Afrika in Kürze
Mozambique
Opposition gegen Staudamm-Projekt
Der Zambesi gehört zu
den grössten Flüssen Afrikas mit den meisten Staudämmen.
Über dreissig sind es bis heute, wobei der wohl bekannteste
der Cabora Bassa Damm ist. Nun wird an einem neuen Dammprojekt
gearbeitet, dem Mphanda Nkuwa-Staudamm. Er soll für rund
2 Mia. Dollar gebaut werden und vor allem die Energiebedürfnisse
von Südafrika und der Mozal-Aluminiumschmelze decken. Doch
gegen das Projekt regt sich Widerstand. Schätzungsweise
800'000 Personen sind durch das Projekt betroffen. Befürchtet
wird, dass durch die bereits heute immer wieder auftretenden
Schwankungen in der Abwassermenge, die auf das Öffnen der
Schleusen von Cabora Bassa zurückzuführen sind, noch
mehr Landwirtschaftsland periodisch überschwemmt wird und
die Bauern ihre Ernte verlieren. Für solche Flutungen erfolgt
keine Vorwarnung. In verschiedenen Anhörungen haben die
Betroffenen ihre Bedenken geäussert. Regierungsvertreter
bezeichnen die Befürchtungen jedoch als ungerechtfertigte
Kritik am Mega-Projekt. Die Betroffenen aus mehreren Gemeinden
des Sambesi-Tals haben nun eine Interessengemeinschaft gebildet.
Erdölproduktion
Wachsende Bedeutung für Afrika
Die gestiegenen Erdölpreise
haben auch afrikanischen Produzentenländern massiv gestiegene
Einnahmen beschert. Zudem haben Nigeria und Angola neue Erdölfelder
erschlossen und ihren Ausstoss erhöht. Angola fördert
erstmals mehr als 1 Mio. Fass pro Tag. Hält die Entwicklung
an, wird Angola in absehbarer Zeit gleich viel Erdöl produzieren
wie Libyen, dem dritt grössten Produzenten Afrikas nach
Nigeria und Algerien.
Afrikas Erdölreserven
kommt strategische Bedeutung zu. Die USA setzen voll auf Angola,
während China vor allem im Sudan und in Nordafrika investiert.
Nachdem im letzten Jahr Tschad zu den Erdölproduzenten
aufgerückt ist, wird nun erstmals auch in der vom Bürgerkrieg
geschüttelten Elfenbeinküste Erdöl gefördert.
Die Reserven liegen im Atlantik und werden auf rund 100 Mio.
Fass geschätzt. Ähnliches gilt für Mauretanien,
in welchem ebenfalls Erdölvorkommen gefunden wurden (Offshore).
Wieweit allerdings die Erträge aus den Erdölverkäufen
in die Entwicklung der Länder gesteckt wird, ist offen.
Dies zeigt sich an den Beispielen von Nigeria, Angola und Äquatorialguineas
deutlich, wo der Grossteil der Erdöleinnahmen in den Taschen
korrupter Spitzenbeamter versickert.
Südliches Afrika
Steigende Bedeutung der Börsen
Mehrere Staaten im südlichen
Afrika haben eigene Börsen für den Wertpapierhandel.
Zwar werden an diesen Börsen meist nur wenige Titel gehandelt,
doch besteht immerhin eine Handelsplattform für Aktien
der nationalen Unternehmen. Die Entwicklungsgemeinschaft des
südlichen Afrikas, SADC, treibt nun die verstärkte
Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Börsen voran. Die
wichtigste Börse ist die Johannesburger Börse (JSE).
Nicht zur Diskussion steht jedoch die Schaffung einer einzigen
Börse im südlichen Afrika. Der Intensivierung des
Handels an Beteiligungen stehen jedoch zahlreiche Schwierigkeiten
entgegen, so vor allem die zahlreichen Devisenrestriktionen,
die einzelne Länder kennen, oder die notorisch schwachen
und inflationären Währungen. In einzelnen Ländern
sollen nun die Kotierungsregeln, also die Zulassungsbedingungen
für Gesellschaften, um an der Börse ihre Aktien handeln
zu lassen, vereinheitlicht werden, so wie es zwischen Kenya
und Uganda erfolgte. Zudem wird angestrebt, die Bürger
unterschiedlicher Länder für Investitionen in den
jeweiligen Nachbarländern gleich zu stellen und wie Einheimische
zu behandeln. Diese Entwicklung ist Ausdruck einer zunehmenden
wirtschaftlichen Bedeutung nationaler Firmen, die nicht von
Multis finanziert sind und deshalb auch nicht über diese
an den Börsen des Nordens gehandelt werden.
Senegal/Mali
Privatisierung der Dakar-Bamako-Bahn
Die Privatisierung der Bahnstrecke,
welche die Hauptstadt Malis, Bamako, mit der senegalesischen
Haupt- und Küstenstadt Dakar verbindet, hat drastische
Folgen. Die kanadische Mehrheitseigentümerin hat in Mali
den Privatverkehr eingestellt. Lokalzüge verkehren nicht
mehr. Zahlreiche Dörfer, die entlang der Bahnlinie entstanden
sind, können nun nicht mehr erreicht werden, da es keine
Strassen gibt. Die Bewohner haben vom Handel mit den Bahnreisenden
gelebt, denen sie während den Halten am Bahnhof Früchte,
Gemüse und zubereitete Essen verkaufen konnten. Es wird
berichtet, dass zahlreiche Familien ihr Einkommen vollkommen
verloren haben und in tiefste Armut gefallen sind. "Seitdem
sie den Zug an die Weissen verkauft haben, geht gar nichts mehr.
Ich verkaufte Früchte, Gemüse, Gewürze und Holzkohle
in Bamako und verdiente manchmal 400'000 Francs. Jetzt geht
nichts mehr. Im Bus kann nichts mitgenommen werden, und der
Bus kostet dreimal mehr als vorher die Bahn" sagt Maïmouma,
eine Frau aus Kati bei Bamako. Die Proteste steigen, es hat
sich ein "Collectif citoyen pour la restitution et le développement
intégré du rail malien" - Cicidirail- gebildet,
das die Regierung unter Druck setzt. Mit Erfolg: Jüngst
hat die malische Regierung die Betreibergesellschaft verpflichtet,
drei Mal in der Woche den Lokalzug auf der malischen Teilstrecke
verkehren zu lassen. - Für die Konzession für die
Dauer von 25 Jahren haben die Bahnunternehmen der malischen
Regierung 15 Mio. Franken bezahlt.
SADC
Gipfeltreffen in Gaberone In
Botswanas Hauptstadt Gaberone haben die Staats- und Regierungschefs
der Länder der regionalen Entwicklungsgemeinschaft SADC
im August ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Madagaskar
wurde als Mitglied aufgenommen. Es wurde ein Protokoll über
den freien Grenzverkehr von Staatsbürgern der Mitgliedländer
unterzeichnet. Es sieht den visafreien Aufenthalt für 90
Tage im Jahr vor und regelt die Aufenthaltsrechte und berufliche
Niederlassungsfreiheit in den Mitgliedstaaten. Sieben der 14
Regierungen haben das Protokoll bereits ratifiziert; es tritt
in Kraft, wenn es zehn Länder ratifiziert haben. Ein weiterer,
kleiner Schritt zu einer regionalen Integration.
Angola
Hungerhilfe angefordert Bereits
im Mai hat das Welternährungsprogramm der UNO gewarnt,
dass es seine Nothilfe für Angola weiter einschränken
müsse, wenn keine neue Unterstützung gegeben werde.
Doch diese Hilfe ist nicht gekommen. Das Welternährungsprogramm
stellt für rund 1 Millionen Menschen, meistens Rückkehrer,
die nun in ihre alte Heimatorte zurückkehren, Nahrungsmittel
zur Verfügung. Weitere Mittel werden in Programmen "Food
for Work" oder Schulspeisungen verwendet. Obwohl die Ernteaussichten
gut sind und eine Erntesteigerung von 10 Prozent erwartet wird,
müssen noch immer 800'000 Tonnen Getreide importiert werden.
Das Meiste wird regional gekauft, so etwa in Südafrika.
Das Welternährungsprogramm sieht die grössten Hindernisse
für eine ansteigende Nahrungsmittelproduktion im Mangel
an Zugtieren für das Pflügen, an Dünger und im
schlechten Strassennetz. - Es ist pervers, dass in einem Land,
dessen korrupte Regierung Milliarden aus Erdöleinnahmen
zur Verfügung hat, diese aber veruntreut, die internationale
Gemeinschaft für das Überleben der Kriegsvertriebenen
aufkommen muss. Die Regierung profitiert von der "Friedensdividende",
die Armen gehen nicht nur leer aus, sondern sterben, wenn nicht
internationale Hilfe geleistet wird.
Zimbabwe
Alle Räder stehen still...
... nicht weil die Bevölkerung
so will, sondern weil kein Treibstoff mehr vorhanden ist. Über
300'000 Transportmittel, Lastwagen, Busse, Sammeltaxis, Taxis,
stehen sporadisch still, weil kein Sprit mehr vorhanden ist.
Nach Angaben des Gewerkschaftsdachverbandes ZCTU können
rund 200'000 informelle Taxifahrer und 100'000 Fernfahrer ihre
Wagen nicht mehr starten. 40 Prozent des Transportwesens stehen
still. Die noch fahrenden Busse fordern von den Fahrgästen
immer höhere Preise. Dramatisch ist dies vor allem für
Fahrten zur Schule. Für eine Person macht dies im Monat
800'000 Zim-$ aus - und dies bei einem Monatseinkommen von 2
Mio. Zim-$. Der Gewerkschaftsdachverband teilt weiter mit, dass
Lohnverhandlungen keinen Sinn mehr machten, das Land erlebe
eine nationale Katastrophe.
Und dann noch das US-Präsident
Bush hat einen grossen finanziellen Beitrag zur Unterstützung
der San beschlossen. Das kam so: Als G.W. Bush herausfand, dass
die San vor langer Zeit, als er und selbst sein Vater noch nicht
geboren waren, Bushmen hiessen, schloss er, dass es sich um
entfernte Verwandte handeln müsse. Verwandtenhilfe wird
in der Familie Bush gross geschrieben, meinte G.W. Bush. So
habe der Vater seinen Söhnen George für den Job als
Präsident und Jeb als Gouverneur von Florida geholfen,
und der Bruder Jeb wiederum George zur Wahl als Präsident.
Der "No Bushmen left behind-Act" - wie das Gesetz
zur Unterstützung heissen wird - wird durch Reduktionen
im Erziehungsbudget finanziert werden. (Entnommen dem Kapstädter
Strassenmagazin "The big Issue", Rubrik "The
Monthly Fabulist").
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| Illegitime
Schulden – Verschuldung und Menschenrechte
Darlehen an Diktatoren und
korrupte Regimes. Grosskredite für Entwicklungsruinen.
Zinsen für dubiose Umschuldungen. Zinseszinsen für
Zahlungsrückstände. Seit Jahrzehnten werden die sich
entwickelnden Länder durch Banken und Finanzinstitutionen
des Nordens in der Schuldenfalle festgehalten.
Am G8-Gipfel vom Juli 2005
haben die Regierungschefs der acht grössten Industrieländer
einen teilweisen oder umfassenden Schuldenerlass für 42
hoch verschuldete arme Länder beschlossen. Ein einmaliger
Schuldenerlass bedeutet für die betroffenen Länder
eine temporäre finanzielle Erleichterung. Er blendet aber
eine wichtige Frage der Verschuldungsproblematik aus: Ob die
Forderungen der Gläubiger überhaupt gerechtfertigt
sind.
Die Frage nach der Legitimität
der Schulden hat in den letzten Jahren in der internationalen
Zivilgesellschaft stark an Bedeutung gewonnen. Das Konzept der
"odious debts", der illegitimen Schulden – auf
eine lange Tradition zurückgehend, doch erst seit den 1990er
Jahren wieder in die internationale Diskussion eingebracht –
verschiebt den Fokus von der karitativen hin zur rechtlichen,
insbesondere menschenrechtlichen Argumentation.
Die vorliegende Broschüre
greift die neuen Entwicklungen und aktuellen Debatten um die
illegitimen Schulden auf, skizziert die grundsätzlichen
Fragen und stellt die bisherigen politischen Kampagnen im Norden
und im Süden vor. Charles Abrahams, Anwalt der Khulumani-Entschädigungsklagen
von südafrikanischen Apartheid-Opfern gegen internationale
Konzerne und Banken, schlägt eine Weiterentwicklung der
klassischen Definition der illegitimen Schulden vor. Danach
folgen sechs Länderstudien, vom Kongo bis zu Russland.
Stellungnahmen aus dem Süden verknüpfen die neuste
Entschuldungsinitiative mit der grundsätzlichen Frage der
Legitimität. Weiter wird untersucht, inwiefern illegitimen
Schulden durch sorgfältigere Kreditverteilung vorgebeugt
werden könnte. Schliesslich dokumentiert ein Überblick
die Frage illegitimer Schulden in Bezug auf 40 Länder.
"Don’t owe, won’t
pay" – wir schulden nichts, wir zahlen nicht! So
lautet der Slogan der Entschuldungsbewegung Jubilee South. Die
hier vorgelegten Informationen sollen praktische Impulse für
eine erneuerte und verstärkte Schuldenstreichungskampagne
geben.
Inhalt
- Menschenrechte und Schuldenstreichung
- Kampagnen und Aktionen
- Ein neuer Blick auf die
Doktrin der illegitimen Schulden
- Kongo – eine unerträgliche
Erbschaft
- Nigeria – unsere
Schuld ist illegitim
- Irak – Saddam soll
selber bezahlen!
- Argentinien – historische
Gelegenheit
- Haitis Schulden müssen
gestrichen werden
- Russland und die Oligarchen
- Stellungnahmen aus dem
Süden
- Selbstregulierung –
mehr als nur Imagepflege?
- Illegitime Schulden –
ein Überblick
Lis Füglister / Stefan
Howald (Hg.):
Illegitime Schulden – Verschuldung und Menschenrechte
Broschüre der Aktion Finanzplatz Schweiz
Basel 2005 (112 S., 20 Fr./14 €).
Bestellen bei: afp@aktionfinanzplatz.ch
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| Das Afrika-Bulletin |
Redaktion:
- Hans Ulrich
Stauffer, baud.stauffer@bluewin.ch
- Administration,
Abos und Bestellung von Einzelexemplaren des Bulletins;
Mitgliedschaft im Afrika-Komitee:
Abos und Einzelexemplare:
- Afrika-Komitee,
Postfach 1072, 4001 Basel
- oder: Beatrice
Felber Rochat, bfr@freesurf.ch, Telefon +41 61
692 51 88
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