Afrique-à-midi vom 26. März 2003 im Afrika Zentrum Basel:

Fair handeln - auch im Tourismus

"Ich liebe es, Menschen in meinem Haus willkommen zu heissen", sagt Cecilia Mopeloa, die im Township Mogwase ein Gasthaus betreibt. Dass sich eine schwarze Frau im Tourismus selbständig macht, ist in Südafrika auch Jahre nach der Apartheid keine Selbstverständlichkeit. Cecilia möchte ihren Gästen zeigen, wie sie und ihre Landsleute in den Dörfern leben. Denn Südafrika habe weit mehr zu bieten als Safaris, "Sun City" und Stippvisiten in Soweto.

Dies findet auch die südafrikanische Regierung. Mit ihren im Mai 2002 lancierten Richtlinien für einen "verantwortungsvollen Tourismus" will sie dafür sorgen, dass auch die einst unterdrückte Bevölkerungsmehrheit vom Tourismus profitiert. Dabei macht sie die soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung der Tourismusunternehmen explizit zum Thema. In den letzten Jahren sind sowohl in Südafrika als auch in Namibia Initiativen und Angebote entstanden, die den Gästen neuartige Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen bieten. Viele dieser Anbieter haben sich ambitiöse Ziele gesetzt: Die lokale Bevölkerung soll im Tourismus mitwirken und davon profitieren, man will gute Arbeitsbedingungen schaffen, setzt auf Angebote, welche die lokalen Traditionen respektieren und will die Umwelt schonen.

Diese Pionierarbeit in Südafrika und Namibia zeigt, wie ein fairer Handel im Tourismus heute aussehen kann. "Fair handeln - auch im Tourismus" lautet das Motto der neuen Kampagne "fair unterwegs", mit welcher der Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (akte) derzeit an den schweizerischen und deutschen Ferienmessen präsent ist. Anhand des neuen Reiseleitfadens "fair unterwegs in Südafrika und Namibia" erfahren Reisende und Interessierte, wie die Möglichkeiten und Grenzen des fairen Handels in der Praxis aussehen und wie Einheimische sich einen bereichernden Austausch mit den Gästen vorstellen. Der Leitfaden wurde auf der Basis sorgfältiger Recherchen vor Ort und im intensiven Austausch mit Tourismusanbietern, NGOs, Behörden und Gewerkschaften in Südafrika und Namibia erarbeitet. An den Ferienmessen bietet die Postkarten-Aktion "fair unterwegs" den Reisenden, egal in welches Land sie reisen, eine Fülle von Tipps und Entscheidungshilfen sowie die Möglichkeit, sich heute für die "fairen Ferien" der Zukunft aktiv zu engagieren. Bereits haben an die 1000 Personen eine Selbstverpflichtung unterschrieben und die Reiseveranstalter dazu aufgefordert, transparent über die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen ihrer Reiseangebote zu informieren.

Die Autorin Marianne Frei liest ein Kurzportrait aus dem neuen Reiseleitfaden "fair unterwegs in Südafrika und Namibia" vor und gibt danach einen Einblick in die Kampagne des Arbeitskreises Tourismus & Entwicklung. Anschliessend offenes Gespräch.