Afrique-à-midi vom 15. Oktober 2003 im Afrika Zentrum Basel:

Nationalparks in Afrika
– Segen oder Skandal?

Ein Gespräch mit Ruedi Suter

Der Wildreichtum und seine Landschaften prägen bei uns das «positive Bild» von Afrika ganz wesentlich. So sind die afrikanischen Nationalparks für weisse Touristen auch grossartige Magnete. Sie helfen das Erbe des afrikanischen Wildreichtums zu schützen - und sie spülen vielerorts wichtige Devisen ins Land.

Die Afrikanerinnen und Afrikaner jedoch können sich selbst einen Besuch in einem Nationalpark kaum leisten, und so sind die Parks Enklaven jener, die sie als wildernde Kolonisatoren einst notwendig machten.

Die verdrängte Geschichte der Nationalparks ist verbunden mit gut gemeintem, notwendigem Umweltschutz wie auch mit falschen Zielsetzungen und perversen Menschenrechtsverletzungen. Dies gilt bis heute, wie an der eben abgeschlossenen Weltpark-konferenz in Durban von Vertretern indigener Völker aus aller Welt festgestellt wurde, die einst bei der Gründung von Nationalparks aus ihrer Heimat hinausgeworfen wurden - und werden.

Tansania gilt als ein Musterland der Nationalparks, die von Julius Nyerere stark gefördert wurden. Am Beispiel von Tansania will deshalb der im Umweltschutz- und Menschenrechtsbereich arbeitende Basler Journalist Ruedi Suter mit den Anwesenden einige Gedanken über das Für und Wider von Nationalparks in Afrika austauschen. Einleitung durch Ruedi Suter, danach offenes Gespräch.

Afrique-à-midi vom 15. Oktober 2003
Referent: ruedi.suter@mediaspace.ch