Der Wildreichtum und seine
Landschaften prägen bei uns das «positive Bild» von Afrika ganz wesentlich. So sind die
afrikanischen Nationalparks für weisse Touristen auch grossartige Magnete. Sie helfen das
Erbe des afrikanischen Wildreichtums zu schützen - und sie spülen vielerorts wichtige
Devisen ins Land.
Die Afrikanerinnen und Afrikaner jedoch können sich selbst einen
Besuch in einem Nationalpark kaum leisten, und so sind die Parks Enklaven jener, die sie
als wildernde Kolonisatoren einst notwendig machten.
Die verdrängte Geschichte der Nationalparks ist verbunden mit gut
gemeintem, notwendigem Umweltschutz wie auch mit falschen Zielsetzungen und perversen
Menschenrechtsverletzungen. Dies gilt bis heute, wie an der eben abgeschlossenen
Weltpark-konferenz in Durban von Vertretern indigener Völker aus aller Welt festgestellt
wurde, die einst bei der Gründung von Nationalparks aus ihrer Heimat hinausgeworfen
wurden - und werden.
Tansania gilt als ein Musterland der Nationalparks, die von Julius
Nyerere stark gefördert wurden. Am Beispiel von Tansania will deshalb der im
Umweltschutz- und Menschenrechtsbereich arbeitende Basler Journalist Ruedi Suter mit den
Anwesenden einige Gedanken über das Für und Wider von Nationalparks in Afrika
austauschen. Einleitung durch Ruedi Suter, danach offenes Gespräch.
Afrique-à-midi vom 15. Oktober 2003
Referent: ruedi.suter@mediaspace.ch