Länger als 40 Jahre lang herrschte Redeverbot über die Gräuel des Gukurahundi, welche die Regierung von Robert Mugabe in den 1980er Jahren im Südwesten von Zimbabwe zu verantworten hatte. Jetzt haben 26’000 Überlebende und Angehörige von Opfern an Hearings ausgesagt, haben oft zum ersten Mal erzählen dürfen, was ihnen angetan wurde. Noch ist ungewiss, wie es weiter gehen soll. Die Forderungen der Betroffenen sind klar: schonungslose Wahrheitsfindung, Anerkennung des zugefügten Unrechts und Community Reparations. Allerdings stellt sich die Frage: Ist transformative Gerechtigkeit ohne einen Machtwechsel überhaupt denkbar?
„Matabeleland, Zimbabwe: Wird das Schweigen jetzt endlich gebrochen?“ weiterlesenVölkerrechtliche Anerkennung für Somaliland?
Von Hans-Ulrich Stauffer

Am Horn von Afrika ist etwas in Bewegung geraten. Nach 34 Jahren Selbständigkeit ist Somaliland erstmals von einem Land anerkannt worden. Zwar hat Taiwan Somaliland bereits vor Jahren völkerrechtlich anerkannt, doch dabei handelte es sich um eine Vereinbarung zwischen zwei international nicht anerkannten Staaten. Nun hat Israel Ende Dezember 2025 Somaliland anerkannt.
„Völkerrechtliche Anerkennung für Somaliland?“ weiterlesenDunkle Wolken am Horn von Afrika
Von Hans-Ulrich Stauffer
Schon in der Neuauflage meines Buches Eritrea – der zweite Blick hatte ich meine Zweifel geäussert, wieweit der Friedensschluss zwischen Äthiopien und Eritrea von 2018 nachhaltig sein würde. Nach einigen Monaten überschwänglicher Freude schien sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern wieder abzukühlen. Eine neue, überraschende Nähe zwischen Äthiopien und Eritrea kam nochmals aufgrund des Tigray-Krieges 2020/2021 zustande. Doch dann verschlechterte sich das Verhältnis stetig.
„Dunkle Wolken am Horn von Afrika“ weiterlesenG20 in Johannesburg – Solidarität zu Zeiten von Willkür und schikanösem Machtgehabe
Von Barbara Müller
Der G20-Gipfel vom 22.-23. November in Johannesburg hat gezeigt, dass man sich nicht zwingend auch massivem Druck aus den USA beugen muss. Südafrikas kluger Widerstand gegen Trump war von Erfolg gekrönt. Voraussetzung dafür waren eine prinzipienfeste Haltung und geschickt geschmiedete Allianzen. Barbara Müller windet der südafrikanischen Diplomatie ein Kränzlein.
„G20 in Johannesburg – Solidarität zu Zeiten von Willkür und schikanösem Machtgehabe“ weiterlesenDer Süden verschafft sich Respekt und gibt seine Opferrolle ab
Von Susy Greuter
Die weltweite Ungleichheit wie auch die von Krisen begleitete Verschuldung afrikanischer Schwellenländer wird mit neuen Augen gesehen und gerechter beurteilt. Dies zeigte die G20- Konferenz in Johannesburg. Und an der UN-Klimakonferenz 2025 in Belém fanden im November die Finanzarchitektur und die Stärkung der Adaptationshilfe an den Süden sogar Einlass ins Schlussdokument. Das macht Hoffnung.
„Der Süden verschafft sich Respekt und gibt seine Opferrolle ab“ weiterlesenDas Afrikakomitee als Blog
Im Dezember 2024 hat das Afrika-Komitee das Erscheinen des Afrika-Bulletins eingestellt. Seither stellen wir fest, dass die Schweizer Medien noch weniger wie bisher Afrika betreffende Themen zum Inhalt haben. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir – gestützt auf unser in vielen Jahren zusammengetragenes Wissen und unsere Kontakte – Ereignisse und Entwicklungen kommentieren, einordnen und damit zum Verständnis für die Sichtweisen und Perspektiven aus afrikanischer Sicht beitragen. Dies geschieht in Form eines Blogs, der in unregelmässigen Abständen auf unserer Webseite aufgeschaltet wird. Interessierte werden per e-mail auf die Veröffentlichungen hingewiesen.
Nr. 196 – Abschied

Nach 49 Jahren und 196 Ausgaben beenden wir die Herausgabe unseres Bulletins. In dieser letzten Ausgabe erinnern sich Mitarbeitende des Afrika-Komitees an ihre Arbeit, an spezielle Momente und Ereignisse oder gehen darauf ein, wie sie durch ihre Beschäftigung mit afrikanischen Fragestellungen geprägt wurden.
Nr. 195 – Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Rund sechzig Jahre sind vergangen, seit die Welle der Unabhängigkeit über den afrikanischen Kontinent rollte. Die vorletzte Ausgabe des Afrika-Bulletins wirft einige Schlaglichter auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen auf dem Kontinent. In Südafrika, wo die Kluft zwischen Arm und Reich weiter aufgegangen ist, haben die letzten Wahlen eine vielfältigere Parteienlandschaft und eine Koalitionsregierung gebracht. In Zambia prägt die Dekarbonisierung die aktuellen Entwicklungen im Rohstoffsektor. Die Gewalt im Norden Mozambiques hat tiefer gehende Ursachen als der Islamismus mit dem sie im Allgemeinen etikettiert wird. Und im Sudan entstehen angesichts der Flüchtlingskrise neue zivile Netzwerke.
Nr. 194 – Mode – Kreativität mit Zukunft

In der post-agrarischen Bevölkerung des subsaharischen
Afrikas hat die Mode in den letzten Jahren eine Wende vollzogen von der Nachahmung europäischer Förmlichkeiten hin zu einem internationalen Hype von Extravaganz und nachhaltigem Einsatz alter Fertigkeiten.
Nr. 193 – Pragmatismus und/oder Ideologie?

Erleben wir gerade eine Neuausrichtung afrikanischer
Politik? Hinweise darauf sind durchaus vorhanden: Afrika verlangt von den Ländern des Nordens substantielle Kompensationen für die massiven Auswirkungen der Klimaerwärmung, die der Kontinent erdulden muss,
ohne zu dieser Katastrophe beigetragen zu haben. Auch
die Forderungen nach einer Reform des UNO-Sicherheitsrats
und einem permanenten Sitz für Afrika werden lauter. Sind dies Anzeichen für eine Hinwendung zu den panafrikanischen Idealen der Selbstbestimmung, die in der frühen Postkolonie die Politik vieler afrikanischer Staaten prägte? Das vor Ihnen liegende Afrika-Bulletin geht diesen Fragen nach.