Der Süden verschafft sich Respekt und gibt seine Opferrolle ab

Von Susy Greuter

Die weltweite Ungleichheit wie auch die von Krisen begleitete Verschuldung afrikanischer Schwellenländer wird mit neuen Augen gesehen und gerechter beurteilt. Dies zeigte die G20- Konferenz in Johannesburg. Und an der UN-Klimakonferenz 2025 in Belém fanden im November die Finanzarchitektur und die Stärkung der Adaptationshilfe an den Süden sogar Einlass ins Schlussdokument. Das macht Hoffnung.

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Das Afrikakomitee als Blog

Im Dezember 2024 hat das Afrika-Komitee das Erscheinen des Afrika-Bulletins eingestellt. Seither stellen wir fest, dass die Schweizer Medien noch weniger wie bisher Afrika betreffende Themen zum Inhalt haben. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir – gestützt auf unser in vielen Jahren zusammengetragenes Wissen und unsere Kontakte – Ereignisse und Entwicklungen kommentieren, einordnen und damit zum Verständnis für die Sichtweisen und Perspektiven aus afrikanischer Sicht beitragen. Dies geschieht in Form eines Blogs, der in unregelmässigen Abständen auf unserer Webseite aufgeschaltet wird. Interessierte werden per e-mail auf die Veröffentlichungen hingewiesen.

Nr. 195 – Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Cover Afrika Bulletin Nr. 195

Rund sechzig Jahre sind vergangen, seit die Welle der Unabhängigkeit über den afrikanischen Kontinent rollte. Die vorletzte Ausgabe des Afrika-Bulletins wirft einige Schlaglichter auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen auf dem Kontinent. In Südafrika, wo die Kluft zwischen Arm und Reich weiter aufgegangen ist, haben die letzten Wahlen eine vielfältigere Parteienlandschaft und eine Koalitionsregierung gebracht. In Zambia prägt die Dekarbonisierung die aktuellen Entwicklungen im Rohstoffsektor. Die Gewalt im Norden Mozambiques hat tiefer gehende Ursachen als der Islamismus mit dem sie im Allgemeinen etikettiert wird. Und im Sudan entstehen angesichts der Flüchtlingskrise neue zivile Netzwerke.

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Nr. 193 – Pragmatismus und/oder Ideologie?

Cover Afrika-Bulletin Nr. 193. 
Burkina Fasos Übergangspräsident Ibrahim Touré und Vladimir Putin am zweiten russischen Afrika Gipfel in St. Petersburg im Juli 2023 (Bild: Sergei Bobylev, IMAGO/ITAR-TASS/Sipa USA).

Erleben wir gerade eine Neuausrichtung afrikanischer
Politik? Hinweise darauf sind durchaus vorhanden: Afrika verlangt von den Ländern des Nordens substantielle Kompensationen für die massiven Auswirkungen der Klimaerwärmung, die der Kontinent erdulden muss,
ohne zu dieser Katastrophe beigetragen zu haben. Auch
die Forderungen nach einer Reform des UNO-Sicherheitsrats
und einem permanenten Sitz für Afrika werden lauter. Sind dies Anzeichen für eine Hinwendung zu den panafrikanischen Idealen der Selbstbestimmung, die in der frühen Postkolonie die Politik vieler afrikanischer Staaten prägte? Das vor Ihnen liegende Afrika-Bulletin geht diesen Fragen nach.

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Nr. 192 – Auf zwei Kontinenten zuhause

Cover Afrika-Bulletin Nr. 192

Wie finden und gestalten Menschen mit afrikanischem Hintergrund, die in der Schweiz aufgewachsen sind, ihren Zugang zum Kontinent? Diese Frage war der Ausgangspunkt für das vorliegende Heft. Unser Aufruf mündete in einem reichen Strauss von sehr persönlichen Beiträgen – weshalb wir das Heft um einen zusätzlichen Bund erweitert haben. Mehr Platz als die Auseinandersetzung mit Afrika nehmen in den Texten allerdings die Erfahrungen von Menschen afrikanischer Abstammung hier in der Schweiz ein – die alltägliche Auseinandersetzung mit Fremdzuschreibungen.

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Nr. 191 – 50 Jahre Afrika-Komitee – 50 Jahre gelebte Solidarität

«50 Jahre Afrika-Komitee – 50 Jahre Solidarität» lautet das Motto unserer Geburtstagsfeier im September 2023.
Mit dem vorliegenden Bulletin blicken wir auf ein Engagement während eines halben Jahrhunderts zurück und haben einen bunten Strauss an Reminiszenzen aus unserer Arbeit zusammengestellt.

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Nr. 190 – Sicherheit – ein knappes Gut

Cover Afrika-Bulletin Nr. 190

Hauptsorge von Schweizer Haushalten ist oftmals nicht, ob sie sich eine Versicherung leisten können sondern vielmehr, ob nicht eventuell eine Überversicherung besteht. Aus dieser Warte heraus fällt es Vielen schwer sich in die Lebensrealität der grossen Mehrheit der Weltbevölkerung zu versetzen, deren Alltag und Leben von grosser Unsicherheit in allen Bereichen geprägt ist. In diesem Heft befassen wir uns mit den Bedingungen, unter denen Sicherheit erzeugt werden kann. Welche Rolle spielt der Staat als Produzent von Sicherheit? Wie kann ein Staat mit beschränkten Ressourcen die Bevölkerung in diesen Prozess einbeziehen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen politischer Legitimität und Sicherheit? Und müsste Sicherheit nicht viel umfassender und integriert gedacht werden?

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Amilcar Cabral: Was bleibt

Amílcar Cabral: Was bleibt

Leben und Werk des Denkers und Revolutionärs

«Der Mangel an Theorie, um nicht zu sagen das vollständige Fehlen revolutionärer Theorie bei den nationalen Befreiungsbewegungen – was sich schon in der Unkenntnis der historischen Realität erweist, die diese Bewegungen doch verändern wollen – stellt eine der grössten, wenn nicht die grösste Schwäche unseres Kampfes gegen den Imperialismus dar.»

Amílcar Cabral

1973 wurde Amílcar Cabral, der Führer der PAIGC, der Befreiungsbewegung von Guinea-Bissau und den Kapverden ermordet. Gibt es Gründe, sich ein halbes Jahrhundert später mit seinem Leben und Werk zu befassen? In der vom Afrika-Komitee Basel herausgegeben Publikation geht Hans-Ulrich Stauffer auf das theoretische Werk von Amílcar Cabral ein. Sieben ausgewählten Texte belegen das Wirken von Cabral. Diese Werke sind ein eindrückliches Vermächtnis und zeugen von der überragenden Bedeutung Cabrals in der Geschichte des antikolonialen Befreiungskampfes. Aktivist:innen, die heute unterdrückerische Systeme bekämpfen, beziehen sich immer wieder auf die Schriften von Cabral, in denen er auch vor der Degeneration der Befreiungsorganisationen warnte.

«Amílcar Cabral hinterlässt ausser dem Traum von einer gerechten und sozialen Gesellschaft ein sehr wichtiges theoretisches, kulturelles und politisches Vermächtnis, das über Kap Verde, Guinea-Bissau und Afrika hinausgeht und eine aussergewöhnliche Grösse und eine universelle Dimension hat.»

Pedro Pires, Weggefährte von Amílcar Cabral und späterer Staatspräsident von Kapverde, im Vorwort.

Hans-Ulrich Stauffer: Amílcar Cabral: Was bleibt – Leben und Werk des Denkers und Revolutionärs. Basel 2023 (Afrika-Komitee Basel), 204 Seiten, 30 €/CHF. ISBN 978-3-033-09549-6

Bezug: Afrika-Komitee Basel, Postfach, CH-4001 Basel info@afrikakomitee.ch; www.afrikakomitee.ch