Rundbrief Nr. 73, April 2019

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Editorial

Liebe ehemalige Mitglieder
Sie wundern sich vielleicht, warum Sie nochmals einen Rundbrief in den Händen halten, obwohl der Verein mit der Jahresversammlung vom 12. Januar 2019 aufgelöst wurde. Der Grund liegt darin, dass der Vorstand das Referat von Barbara Müller so interessant fand, dass er es allen Mitgliedern zugänglich machen wollte. Das Re-ferat beleuchtet den Charakter des zimbabwischen Staates unter dem Aspekt des Raubtierstaates. Auch macht es die bis jetzt unbekannten Beziehungen zwischen den in der Schweiz ansässigen Firmen Glencore und Trafigura und Zimbabwe öffentlich. Die Ausführungen sind hochinteressant, stehen doch beide Firmen seit einiger Zeit in der Kritik wegen nicht menschenrechtskonformem Handeln. Nicht vorenthalten wollen wir Ihnen auch den ebenfalls an der Jahresversammlung gehaltenen Rückblick auf 31 Jahre Vereinigung Schweiz-Zimbabwe. Und zum Schluss bringen wir noch einen optimistisch stimmenden Artikel von unserem langjährigen Autor Eddie Cross, dem Analysten von MDC-T. Der Artikel ist einerseits eine Liebeserklärung an Zimbabwe. Und andererseits zeigt der Artikel auf, dass sich entgegen landläufiger Einschätzung hinter den Kulissen der Regierung betreffend Militär und Wirtschaft einiges mehr getan hat, als bis jetzt bekannt war.

An der Jahresversammlung wurde statutengemäss beschlossen, das nach Abschluss der Rechnung per Ende April 2019 verbliebene Vereinsvermögen je zur Hälfte auf die beiden Organisationen Afrika-Komitee und fepa zu übertragen. Mit beiden Organisationen hat die Vereinigung Schweiz-Zimbabwe seit Beginn zusammengearbeitet. In beiden Organisationen waren und sind diverse (ehemalige) Vorstandsmitglieder aktiv und beide Organisationen arbeiten immer wieder schwerpunktmässig zu Zimbabwe.

Die Jahresrechnung 2018 wies per Ende Dezember ein Vermögen von CHF 6’125.23 aus. Von Januar bis Ende April 2019 resultierte bei Einnahmen von CHF 830.- und Ausgaben von CHF 1’785.23 (vor allem Kosten der Jahresversammlung) ein Verlust von CHF 955.23. Das zu verteilende Vereinsvermögen beträgt per Ende April noch CHF 5’170.-.
Die Vereinigung Schweiz-Zimbabwe kann damit dem Afrika-Komitee und fepa einen Betrag von je CHF 2’585.- überweisen.

Die Organisationen Afrika-Komitee, fepa und KEESA befassen sich schwerpunktmässig immer wieder mit Zimbabwe. Sie informieren über Zimbabwe, unternehmen Vorstösse bei den Regierungen der Schweiz und Zimbabwes und organisieren Veranstaltungen zu Zimbabwe, oft auch mit Gästen aus Zimbabwe. Mit einer Mitgliedschaft in einem dieser Vereine bleiben Sie weiter mit Zimbabwe verbunden und helfen mit, dass deren Aktivitäten weiter finanziert werden können.

Der Vorstand beabsichtigt, seinen Adressstamm dem Afrika-Komitee, fepa und KEESA zur Verfügung zu stellen. Wer damit nicht einverstanden ist, meldet sich bitte möglichst bald, spätestens aber bis 15. Mai 2019 bei Joe Brogli, Bethlehemweg 10, 6405 Immensee oder jbrogli@smb-immensee.ch.
Der Vorstand bedankt sich für das langjährige Interesse an der Vereinigung Schweiz-Zimbabwe und verabschiedet sich damit endgültig von Ihnen.
Für den Vorstand
Gertrud Baud

Inhalt:

Brief an die Mitglieder
Zimbabwe als Raubtierstaat – Schweizer Beziehungen (Barbara Müller)
Rückblick 31 Jahre Vereinigung CH–ZW (Gertrud Baud)
Neuausrichtung (Eddie Cross)
Impressum

Nr. 173 – Demokratische Republik Kongo – eine Annäherung

«Der Kongo». Was für eine Anmassung, über dieses riesige Land zu berichten, ohne eine ganze Bibliothek zu füllen ! Wir wagen es trotzdem – im Wissen, mit unserem begrenzten Blick nur gerade zwei, drei Regentropfen zu beschreiben, die in einem Tropengewitter auf Kinshasa niederprasseln. Mit unserem Schwerpunktthema vermitteln wir eine Ahnung – mehr liegt nicht drin.

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Medienmitteilung vom 22.01.2019

Schluss mit dem brutalen Einsatz der Sicherheitskräfte in Zimbabwe!

In Zimbabwe herrscht die nackte Gewalt. In Davos am WEF wird Präsident Emmerson D. Mnangagwa von Finanzminister Mthuli Ncube vertreten. Er ist das «nette Gesicht» eines Regimes, das in den letzten Tagen ein Dutzend Menschen erschoss, 80 Personen verletzte, Hunderte Demonstrierende verhaftete, Entführungen durchführte und Angst und Schrecken verbreitete.

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Rundbrief Nr. 72, Dezember 2018

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Editorial

Dies ist die letzte Ausgabe des Rundbriefes der Vereinigung Schweiz-Zimbabwe. Nach 30 Jahren und 72 Rundbriefen löst sich die Vereinigung per Ende Dezember 2018 auf, weil sich kein Ersatz für die zurücktretenden Vorstandsmitglieder fand. Die letzte Jahresversammlung findet am 12. Januar 2019 in Zug statt.

Die Vereinigung wurde im April 1988 gegründet – zu einer Zeit, als Zimbabwe und Mugabe weltweit hohes Ansehen genossen und als Modell für Afrika gepriesen wurden. Die Zeiten haben sich geändert. Eine macht- und geldgierige Elite hat ein reiches Land geplündert und an den Rand des Abgrundes gebracht. Im November 2017 musste Mugabe zwar nach einem Militärputsch abtreten. Der landesweite Jubel der ZimbabwerInnen darüber war gross und zeigte, dass sich die Bevölkerung eine Änderung wünscht. Leider legt die neue Regierung aber bis jetzt keine grosse Reformagenda vor und scheint vor Änderungen zurück zu schrecken, was nichts Gutes verheisst. Die Regierung der nationalen Einheit von 2008-2013 machte eigentlich vor, wie sich eine Wirtschaft mit einfachen Mitteln rasch wieder erholen kann. Leider stützt sich die jetzige Regierung offensichtlich nicht auf diese Erfahrungen. Auch wenn sich die Bevölkerung freier fühlt, ist bei vielen die Angst vor Überwachung allgegenwärtig. Wie diese funktioniert, um Zanu-PF die Macht zu erhalten, zeigen immer wieder Berichte über Benachteiligungen bei Nahrungs- oder Saatgutverteilung, oder bei der Zuteilung von Wohnungen.

Die gegenwärtige Politik der gössten Oppositionspartei MDC ist schwer zu begreifen. Einerseits focht sie, ohne genügende Beweise vorlegen zu können, die Wahlergebnisse an und behauptet nach wie vor, um den Wahl-sieg betrogen worden zu sein. Zudem liess sich MDC-Präsident Chamisa an einer Veranstaltung zum Gegen-Präsidenten (!) küren und verweigert sich Gesprächen mit der Regierung, obwohl alle BeobachterInnen betonen, wie wichtig eine Zusammenarbeit wäre. Leider ist die Opposition nach wie vor sehr zersplittert und damit schwach und Zanu-PF unternimmt alles, dass es so bleibt. Denn die Zahlen zeigen: Eine geeinte Opposition hätte die Wahlen gewonnen.

In diesem Rundbrief bringen wir unter anderem einen Rückblick über 30 Jahre Vereinigung Schweiz-Zimbabwe, den traditionellen Halbjahresrückblick von Ruth Weiss samt Kommentar, einen Bericht von Dewa Mavhinga, Einschätzungen von Eddie Cross, Berichte über Diamantenschürfer und Woza.
Ihnen, liebe LeserInnen des Rundbriefes und liebe Mitglieder, danken wir für das Interesse, das Sie unserer Arbeit entgegengebracht haben. Es hat uns motiviert, so lange dran zu bleiben.

Gertrud Baud, Mitglied des Vorstandes

Inhalt:

Editorial (Gertrud Baud)
Erst wenn Mugabe geht, gehen auch wir (Gertrud Baud)
Nach den Wahlen (Ruth Weiss)
Quo vadis, Zimbabwe – ein Kommentar (Ruth Weiss)
ZW nach Mugabe: neues Zeitalter – falsche Hoffnung? (Dewa Mavhinga)
Ich bin kein Elefant! (Eddie Cross)
Im Ausnahmezustand (Eddie Cross)

Parteien
Mujuru‘s world crumbles (Obey Manayiti)

Wirtschaft
Mayor calls for peaceful engagement
Zanu chefs milking vendors
Harare needs $1 billion for repairs
Govt moves to curb inputs abuse
Kwekwe machete war claims
Hwange workers cry foul; Inputs for cotton growers

China
We won‘t seize Zim assets: China (Andrew Kunambura)

Zivilgesellschaft
Woza campaigns for free education

Literatur
Überleben von Frauen unter Mugabe; Blitzlichter auf die Geschichte; Freud und Leid des Volkes teilen (Rita Schäfer)

GV 12.1.2019; Impressum; Quellen

Nr. 172 – Swiss Transit Trade and Zambia

Thanks to the initiative and support of SNIS (Swiss Network of International Studies) this issue of the Afrika-Bulletin is now available in English.

This Bulletin discusses Switzerland’s economic relations with the South; the authors specifically examine this topic using Zambia and its copper as examples. The contributions are part of an international research project funded by the Swiss Network for International Studies (SNIS) and led by Basel social anthropologist Rita Kesselring. The research project “Valueworks: Effects of Financialization along the Copper Value Chain” follows copper’s path from the mines to the end buyer and describes the parties involved in this process. It is shown that the extent of the participation of Swiss companies in the Zambian copper sector exceeds all expectations.

„Nr. 172 – Swiss Transit Trade and Zambia“ weiterlesen

Nr. 172 – Schweizer Transithandel und Zambia

Das vorliegende Bulletin diskutiert die wirtschaftlichen Beziehungen der Schweiz zum Süden; konkret untersuchen die Autorinnen und Autoren dieses Thema
am Beispiel von Zambia und dessen Kupfer. Die Beiträge sind im Rahmen des Forschungsprojekts Valueworks: Effects of Financialisation along the Copper Value Chain entstanden. Dieses geht dem Weg des Kupfers vom Minentor bis zum Endkunden nach und beschreibt die an diesem Prozess Beteiligten. Dabei hat sich gezeigt, dass das Ausmass der Beteiligung von Schweizer Firmen am sambischen Kupfersektor alle bisherigen Vorstellungen übertrifft. Dieser Befund macht die Unterregulierung des Rohstoffhandelszentrums Schweiz noch problematischer und zeigt, dass eine breite politische Diskussion darüber dringend nötig ist. „Nr. 172 – Schweizer Transithandel und Zambia“ weiterlesen

Nr. 171 – Illicit Financial Flows

Afrikas Staaten mit ihren teilweise gewaltigen Rohstoffvorkommen verlieren gemäss dem Mbeki-Report aus dem Jahr 2015 jährlich 50 Milliarden USD, die über sogenannte Illicit Financial Flows aus ihren Volkswirtschaften abgezogen werden. Bei ihrer relativ geringen Wirtschaftskraft ist das anteilmässig mehr als dies bei anderen Entwicklungs- und Schwellenländern
der Fall ist. Wir gehen der Frage nach, was denn genau unter Illicit Financial Flows (IFF) verstanden wird und beleuchten deren Auswirkungen. „Nr. 171 – Illicit Financial Flows“ weiterlesen

Rundbrief Nr. 71, Mai 2018

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Editorial

Seit unserem letzten Rundbrief haben sich die Ereignisse überschlagen: Im November wurde der langjährige Präsident Mugabe mit Hilfe des Militärs von seinem langjährigen Mitstreiter Emmerson Mnangagwa zum
Rücktritt gezwungen. Der Rücktritt Mugabes wurde in Harare von über einer Million Menschen bejubelt. Einmalig die Bilder der Strassen und Plätze von Harare, voll mit feiernden Leuten. Im Februar starb der wichtigste Oppositionsführers Morgan Tsvangirai. In der Öffentlichkeit trauerten Hunderttausende um ihn. Eine neue Regierung wurde gebildet, allerdings mit altbekannten Gesichtern und ehemaligen Militärs. Die Regierung versprach viele Änderungen, hat aber noch wenig umgesetzt. Die Zusammensetzung der Regierung gibt eigentlich zu grosser Skepsis Anlass, sind doch die Herren (!) alle eng mit Mugabe verbunden gewesen und haben seine Politik mitgetragen und mitgeprägt. Trotzdem wird der Regierung immer noch viel Goodwill entgegengebracht und es werden grosse Hoffnungen in sie gesetzt. Erstmals seit Jahren zeigen sich reale Chancen auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen.

Mit einer richtigen Politik sollte die Wirtschaft rasch wieder Tritt fassen. Die internationale Gemeinschaft hält zwar noch an den Sanktionen fest, wird diese aber aufheben, wenn die Wahlen (einigermassen?) fair und frei durchgeführt werden können. Bis jetzt hat sich allerdings trotz heftiger Kritik der Opposition an den Wahlvorbereitungen noch nichts geändert.

Wir dokumentieren in diesem Rundbrief unter anderem das letzte halbe Jahr, traditionell beginnend mit dem Rückblick von Ruth Weiss. Exponenten der Zivilgesellschaft von Zimbabwe beschreiben Entwicklungen und Einschätzungen verschiedener Ereignisse und ein Reisebericht vermittelt einen Eindruck von der Stimmung im Land.

Gertrud Baud, Mitglied des Vorstandes

Inhalt:

Editorial (Gertrud Baud)
Neun Tage, die Zimbabwe veränderten – oder auch nicht? (Ruth Weiss)
Mehr als eine Million jubelten – sie wollen Veränderung (Gertrud Baud)
Das grosse Dilemma (Eddie Cross)

ZIVILGESELLSCHAFT
WOZA: 18-year-old Activist Found – 82 in Custody Released
Zustand der Opposition im Hinblick auf Wahlen (Dewa Mavhinga)
Die Zivilgesellschaft im neuen Zimbabwe (Marcel Dreier)
The new Zimbabwe through youths‘ eyes (Tafadzwa Moyo)
Eindrücke von einer Reise im Februar und März (Eleonora Matare)
Kampf um erfolgreiche Schulabschlüsse in Matabeleland (Urs Gröhbiel)

WIRTSCHAFT
„We are open for business“ – Etikettenschwindel! (Eddie Cross)
Entwicklungsstaat oder räuberischer Staat (Rita Schäfer)

KULTUR
P. Gappah – Die Schuldigen von Rotten Row
Black Umfolosi

In eigener Sache

Nr. 170 – Literatur schreibt Geschichte neu

Das Afrika-Bulletin Nr. 140 vom November 2010 widmete sich dem Thema «Literatur und Zeitgeschehen» – es war die erste Ausgabe, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Afrikastudien Basel (ZASB) entstand. Nach inzwischen dreissig gemeinsamen Bulletins befasst sich die vorliegende Nummer erneut mit Literatur, diesmal spezifisch mit «Literatur und Geschichte». Aktuelle Interpretationen der Vergangenheit visieren immer auch die gegenwärtige und künftige Gestaltung des privaten und öffentlichen Lebens an. Im Zentrum stehen dieses Mal Autoren aus dem französischen und portugiesischen Sprachraum Afrikas. Nur schon dieses Auswahlkriterium ist ein Hinweis auf die in kolonialer Zeit geschaffenen Verhältnisse. „Nr. 170 – Literatur schreibt Geschichte neu“ weiterlesen

Nr. 169 – Unabhängige Justiz – ein Paradox?

Am 1. September 2017 erklärte der Oberste Gerichtshof Kenyas die Präsidentschaftswahl, aus der der bisherige Präsident Uhuru Kenyatta siegreich hervorgegangen war, als ungültig – ein in der jüngeren afrikanischen Geschichte einmaliges Verdikt. Das Urteil fand dementsprechend viel Beachtung und war auch für uns Anlass, in vergleichender Perspektive zu fragen, wie es um die Unabhängigkeit der Justiz in verschiedenen afrikanischen Staaten bestellt ist. In vier spannenden Berichten gehen wir auf die
Rolle von Gerichten und die Rechtsprechung in Burkina Faso, Kenya, Zimbabwe und Zambia ein. „Nr. 169 – Unabhängige Justiz – ein Paradox?“ weiterlesen