Äthiopien-Eritrea: Neue Allianzen

„Äthiopien verlegt Truppen in den Norden“ – Eine Schlagzeile in den Printmedien Ende Februar 2026 lässt aufhorchen. Was sind die Gründe dieses militärischen Aufmarsches? Zeichnen sich neue kriegerische Auseinandersetzungen ab? Was ist mit dem „Norden“ gemeint? Tigray? Eritrea? Somaliland? Ein Bericht über die Hintergründe.

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In Afrika ist die Klimakatastrophe längst da

Susy Greuter hat sich eine Vorstellung über die Klimaschäden im Süden und das Ausmass der gesellschaftlichen Krise erarbeitet. Die Exzesse von teilweise typischen Wetter-Konstellationen häufen sich, die Zahl der Betroffenen wächst allerorts. Die Zunahme in Diagrammen bildhaft darzustellen überrascht jedoch mit extremen Ausreissern, die sich nicht in den allgemeinen Trend einordnen lassen, als wäre sporadisch die Hölle los. Das Fegefeuer hingegen wird beständiger und entmutigender.

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Tansania rutscht in eine Diktatur ab

Der weitgehend friedliche Ruf Tansanias ist spätestens seit den blutigen Präsidentschaftswahlen im Oktober 2025 ruiniert. Unsicherheit, Misstrauen und Angst bestimmen seither den Alltag der Bevölkerung. Nun versuchen die Menschen, damit umgehen zu lernen – während der ausufernde Krieg zwischen der Koalition USA-Israel gegen den Iran die existenziellen Probleme verschärft.

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Matabeleland, Zimbabwe: Wird das Schweigen jetzt endlich gebrochen?

Länger als 40 Jahre lang herrschte Redeverbot über die Gräuel des Gukurahundi, welche die Regierung von Robert Mugabe in den 1980er Jahren im Südwesten von Zimbabwe zu verantworten hatte. Jetzt haben 26’000 Überlebende und Angehörige von Opfern an Hearings ausgesagt, haben oft zum ersten Mal erzählen dürfen, was ihnen angetan wurde. Noch ist ungewiss, wie es weiter gehen soll. Die Forderungen der Betroffenen sind klar: schonungslose Wahrheitsfindung, Anerkennung des zugefügten Unrechts und Community Reparations. Allerdings stellt sich die Frage: Ist transformative Gerechtigkeit ohne einen Machtwechsel überhaupt denkbar?

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Völkerrechtliche Anerkennung für Somaliland?

Von Hans-Ulrich Stauffer

Am Horn von Afrika ist etwas in Bewegung geraten. Nach 34 Jahren Selbständigkeit ist Somaliland erstmals von einem Land anerkannt worden. Zwar hat Taiwan Somaliland bereits vor Jahren völkerrechtlich anerkannt, doch dabei handelte es sich um eine Vereinbarung zwischen zwei international nicht anerkannten Staaten. Nun hat Israel Ende Dezember 2025 Somaliland anerkannt. 

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Dunkle Wolken am Horn von Afrika

Von Hans-Ulrich Stauffer

Schon in der Neuauflage meines Buches Eritrea – der zweite Blick hatte ich meine Zweifel geäussert, wieweit der Friedensschluss zwischen Äthiopien und Eritrea von 2018 nachhaltig sein würde. Nach einigen Monaten überschwänglicher Freude schien sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern wieder abzukühlen. Eine neue, überraschende Nähe zwischen Äthiopien und Eritrea kam nochmals aufgrund des Tigray-Krieges 2020/2021 zustande. Doch dann verschlechterte sich das Verhältnis stetig.

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G20 in Johannesburg – Solidarität zu Zeiten von Willkür und schikanösem Machtgehabe

Von Barbara Müller

Der G20-Gipfel vom 22.-23. November in Johannesburg hat gezeigt, dass man sich nicht zwingend auch massivem Druck aus den USA beugen muss. Südafrikas kluger Widerstand gegen Trump war von Erfolg gekrönt. Voraussetzung dafür waren eine prinzipienfeste Haltung und geschickt geschmiedete Allianzen. Barbara Müller windet der südafrikanischen Diplomatie ein Kränzlein.

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Das Gängelband der Schulden kappen!

Von Susy Greuter

Die weltweite Ungleichheit wie auch die von Krisen begleitete Verschuldung afrikanischer Schwellenländer wird mit neuen Augen gesehen und gerechter beurteilt. Dies zeigte die G20- Konferenz in Johannesburg. Und an der UN-Klimakonferenz 2025 in Belém fanden im November die Finanzarchitektur und die Stärkung der Adaptationshilfe an den Süden sogar Einlass ins Schlussdokument. Das macht Hoffnung.

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Das Afrikakomitee als Blog

Im Dezember 2024 hat das Afrika-Komitee das Erscheinen des Afrika-Bulletins eingestellt. Seither stellen wir fest, dass die Schweizer Medien noch weniger wie bisher Afrika betreffende Themen zum Inhalt haben. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir – gestützt auf unser in vielen Jahren zusammengetragenes Wissen und unsere Kontakte – Ereignisse und Entwicklungen kommentieren, einordnen und damit zum Verständnis für die Sichtweisen und Perspektiven aus afrikanischer Sicht beitragen. Dies geschieht in Form eines Blogs, der in regelmässigen Abständen auf unserer Webseite aufgeschaltet wird. Interessierte werden per e-mail auf die Veröffentlichungen hingewiesen.

Amilcar Cabral: Was bleibt

Amílcar Cabral: Was bleibt

Leben und Werk des Denkers und Revolutionärs

«Der Mangel an Theorie, um nicht zu sagen das vollständige Fehlen revolutionärer Theorie bei den nationalen Befreiungsbewegungen – was sich schon in der Unkenntnis der historischen Realität erweist, die diese Bewegungen doch verändern wollen – stellt eine der grössten, wenn nicht die grösste Schwäche unseres Kampfes gegen den Imperialismus dar.»

Amílcar Cabral

1973 wurde Amílcar Cabral, der Führer der PAIGC, der Befreiungsbewegung von Guinea-Bissau und den Kapverden ermordet. Gibt es Gründe, sich ein halbes Jahrhundert später mit seinem Leben und Werk zu befassen? In der vom Afrika-Komitee Basel herausgegeben Publikation geht Hans-Ulrich Stauffer auf das theoretische Werk von Amílcar Cabral ein. Sieben ausgewählten Texte belegen das Wirken von Cabral. Diese Werke sind ein eindrückliches Vermächtnis und zeugen von der überragenden Bedeutung Cabrals in der Geschichte des antikolonialen Befreiungskampfes. Aktivist:innen, die heute unterdrückerische Systeme bekämpfen, beziehen sich immer wieder auf die Schriften von Cabral, in denen er auch vor der Degeneration der Befreiungsorganisationen warnte.

«Amílcar Cabral hinterlässt ausser dem Traum von einer gerechten und sozialen Gesellschaft ein sehr wichtiges theoretisches, kulturelles und politisches Vermächtnis, das über Kap Verde, Guinea-Bissau und Afrika hinausgeht und eine aussergewöhnliche Grösse und eine universelle Dimension hat.»

Pedro Pires, Weggefährte von Amílcar Cabral und späterer Staatspräsident von Kapverde, im Vorwort.

Hans-Ulrich Stauffer: Amílcar Cabral: Was bleibt – Leben und Werk des Denkers und Revolutionärs. Basel 2023 (Afrika-Komitee Basel), 204 Seiten, 30 €/CHF. ISBN 978-3-033-09549-6

Bezug: Afrika-Komitee Basel, Postfach, CH-4001 Basel info@afrikakomitee.ch; www.afrikakomitee.ch