Rundbrief Nr. 67, Mai 2016

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Editorial

Zimbabwes ökonomische Situation verschlechtert sich weiter. Sogar den Banken geht langsam das Geld aus. Alle sprechen von Korruption und Nepotismus. Fälle werden benannt und belegt, doch dann passiert nichts mehr.

Was macht die Opposition? Die grösste Oppositionspartei MDC ist in mehrere Flügel gespalten. Ihr Anse- hen hat durch die Regierungsbeteiligung sehr gelitten, nicht zuletzt, weil sich viele ihrer Exponenten genauso bereicherten wie die Mitglieder der Regierungspartei. Nun scheint es, dass Präsident Tsvangirai wieder an Ansehen gewonnen hat. Im April gelang es MDC, in Harare eine grosse Demonstration mit über 10’000 TeilnehmerInnen durchzuführen. Die Demonstration richtete sich gegen die schlechte Wirtschaftslage und verlangte den Rücktritt von Präsident Mugabe.

In der Zwischenzeit hat auch die letztes Jahr aus der Zanu-PF ausgeschlossene Joice Mujuru eine Partei gegründet, die People First Party. Für was sie einsteht und wie gross ihre Gefolgschaft sein wird, ist noch nicht klar. Eine klare Ansage haben einige kleinere Parteien, darunter auch Mavambo/Kusile/Dawn mit Präsident Simba Makoni, gemacht. Sie streben auf die Wahlen 2018 eine stärkere Zusammenarbeit an.

Im vorliegenden Rundbrief fasst Ruth Weiss die Ereignisse
des letzten halben Jahres zusammen. Daneben beleuchtet unter anderem Eddie Cross den Zustand der Nation und Dewa Mavhinga macht sich Gedanken zum Zustand der Opposition.

Gertrud Baud, Mitglied des Vorstandes

Inhalt:

Editorial (Gertrud Baud)
Nur flackerndes Licht am Ende des Tunnels (Ruth Weiss)
Zustand der Nation (Eddie Cross)
Abduction of Itayi Dzamara (Eddie Cross)
Will an Opposition Coalition Bring Change to Zimbabwe? (Dewa Mavhinga)ZAPU Open to ZPF Coalition (Jeffrey Muvundusi)
Thousands March, Tsvangirai Urges Bob to Resign
Diamanten: „Wenn Diebe sich entzweien …“ (Eddie Cross)
Army Kicked out of Chiadzwa (Richard Chidza)
Wirtschaft: Mugabe Ruins Telecel to Punish Makamba? (Eddie Cross)
Human and Wildlife Conflict Escalates in Chipinge as Three Lions Are Poisoned to Death
Government to Sell Seized Gold (Cyril Zenda)
China: China Is Zimbabwe’s Largest Investor
China Ready to Construct New Parly Building (Veneranda Langa)
Landverteilung: Second Tokwe-Mukosi Victims’ Relocation Begins
6300 Families Face Eviction from Chiredzi Farm (Walter Mswazie)
Zivilgesellschaft: WOZA – Save Education, Save Our Children
Private Citizens’ Bill to Address 5 Brigade Atrocities (Gibbs Dube)
Driefontein Mission Children’s Home (Evelyn Nhongonhema)
Literatur: Women of Courage – Eight Life Stories

Nr. 162 – Der schwierige Weg der Opposition

Sich für die Demokratie zu entscheiden, bedeutet meistens, sich für Entwicklung und Wohlstand, politische Stabilität, gute Regierungsführung und Menschenrechte zu entscheiden. Auf dem afrikanischen Kontinent scheint die Demokratie an Grenzen zu stossen. Die Freiheit verkommt in Ermangelung reeller Verbesserungen der Lebensstandards zur Pluralisierung eigennütziger Standpunkte. Kritik entartet in einer polarisierten Öffentlichkeit zur blossen Verteidigung eigener Überzeugungen.
Die entscheidende Frage hier ist: welche Oppositionskultur wird unter diesen Umständen möglich? Die Beiträge in diesem Heft sollen eine Annäherung an eine Antwort erlauben „Nr. 162 – Der schwierige Weg der Opposition“ weiterlesen

Nr. 161 – Biodiversität unter Druck

Ob invasive Spezies, Kommerzialisierung von Saatgut oder Green Grab – die biologische Vielfalt ist in der Tat unter starkem Druck Unser aktuelles Heft setzt sich mit dem Thema Biodiversität aus verschiedenen Blickwinkeln auseinander, regt aber auch zur kritischen Reflexion an. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die zum Entstehen dieses Hefts beigetragen haben und auch bei Adrian Meyer, der die Webseite des Afrika-Komitees (www.afrikakomitee.ch) neu gestaltet hat. „Nr. 161 – Biodiversität unter Druck“ weiterlesen

Rundbrief Nr. 66, November 2015

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Editorial

Wer geglaubt hat, Zimbabwes tiefer Fall könne nicht mehr weiter gehen, hat sich getäuscht. Die Spirale dreht sich weiter nach unten. Deindustrialisierung und Arbeitslosigkeit nehmen zu, die medizinische Versorgung und die staatlichen Dienstleistungen generell verschlechtern sich. Der Staatsbankrott droht. Aber auch die Gewalt nimmt zu. Das alles wird begleitet von einem grossen Auseinandertriften der Gesellschaft: Auf der einen Seite der mausarme Bevölkerungsteil, in katastrophalen Verhältnissen lebend, auf der anderen Seite der prunksüchtige mit Zanu-PF liierte Teil in 20-Zimmer- Villen. Dazwischen gibt es (immer noch) den nicht mit Zanu PF liierten Mittelstand, der versucht, sich durch die Misere zu lavieren.

Trotzdem gibt es immer wieder Lichtblicke: Eine Zivilgesellschaft, die sich von all dem nicht einschüchtern lässt und für ihre Rechte kämpft.

Vielleicht bahnen sich neuere Entwicklungen an. Das Militär formulierte seine Sorgen über den Niedergang der Wirtschaft und über die Grabenkämpfe innerhalb von Zanu-PF. Und Tsvangirai von MDC-T kündigte ein gemeinsames Vorgehen der Opposition an. Genaueres soll bald verkündet werden.
Über diese Themen berichten wir im Rundbrief. Ruth Weiss beleuchtet die wichtigsten Ereignisse seit dem letzten Rundbrief. Dewa Mavhinga macht uns Mut mit der Vorstellung einiger NGOs, dazu gehört auch Woza.

Wie in früheren Ausgaben des Rundbriefes bringen wir einige Analysen von Eddie Cross, sowie einige Angaben über seine interessante Biographie.

Gertrud Baud,
Mitglied des Vorstandes

Inhalt

Editorial
Zimbabwes fortschreitende Misere (Ruth Weiss)
Rimessen – Solidarität der Diaspora mit ZW (Walter Huwyler)
Fehlende medizinische Betreuung (Herbert Aschwanden)
Bedeutung der Kleinunternehmen in Zimbabwe (Eddie Cross)
Selbstzerstörungsknopf (Eddie Cross)
Cecil the Lion: lessons for land reform and elites (Ian Scoones)
Military panicks (Faith Zaba)
Tsvangirai and first family (Moses Matenga, Xolisani Ncube)
Diamond mining consolidation elusive (Taurai Mangudhla)
Work, influence of Zimbabwe‘s unsung NGOs (Dewa Mavhinga)
Woza; Pamberi Trust; Rosedale Children‘s Home;
Entführung von Itai Dzamara
Chirikure Chirikure; Literaturfestival in Harare
Jahresbeitrag, Impressum, Unsere Quellen

Nr. 160 – 40 Jahre Unabhängigkeit im lusophonen Afrika

Titelblatt Afrika-Bulletin Nummer 160Die Geschichte des Afrikakomitees ist eng mit der Befreiung der lusophonen Länder Afrikas verbunden (siehe unser Jubiläumsheft Afrika-Bulletin Nr. 150). Es lag also auf der Hand, dieses Jahr ein Themenheft den ersten vier Dekaden der Unabhängigkeit dieser Länder zu widmen. In diesem Heft haben wir vier junge Autoren aus Angola, Guinea-Bissau, Kap Verde und Mozambik eingeladen, über die Unabhängigheitswerdung und den aktuellen Stand ihres Landes zu reflektieren. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die an diesem Heft mitgewirkt haben und wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre. „Nr. 160 – 40 Jahre Unabhängigkeit im lusophonen Afrika“ weiterlesen

Nr. 159 – Migration und Xenophobie

Titelblatt Afrika-Bulletin Nummer 159Zum vierten Mal organisiert das Afrika-Komitee in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Afrikastudien Basel und der KEESA (Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika) eine Tagung. Dieses Jahr setzen sich die eingeladenen Aktivisten und Akademikerinnen mit dem aktuellen Thema Migration und Xenophobie in Südafrika und in der Schweiz auseinander. Mit fünf Beiträgen zum Thema aus der Feder von Elísio Macamo, Stephen Gelb, Sithembiso Zwane, Daniela Zimmermann, Prince Asamoah und Mohamed Wa Baile bereitet dieses Heft auf die Tagung vor.

Das Redaktionskomitee bedankt sich herzlich bei allen, die zum Entstehen dieses Hefts beigetragen haben. Mit diesem Heft verabschieden wir uns wieder vom inklusiven grossen I (LeserInnen) zu Gunsten einer eleganteren Form. Zukünftig wird in jedem Beitrag zu Beginn einmal die weibliche und die männliche Form gebraucht und danach in lockerer Folge zwischen den beiden gewechselt. „Nr. 159 – Migration und Xenophobie“ weiterlesen

Nr. 158 – Korruption: Ein gemeinsames Vermächtnis

Titelblatt Afrika-Bulletin Nummer 158Dem Thema Korruption wird erst seit einigen Jahren die vertiefte Aufmerksamkeit der Wissenschaft zuteil, die – im Gegensatz zu den Medien – auch die lange bloss
vermutete Implikation von Wirtschaftskonzernen und selbst von Regierungen offen gelegt hat. Und zwar nicht als skandalöser Einzelfall, sondern relativ systematisch.
In diesem Heft wird gewissermassen das Crescendo dieses groben Missbrauches über die letzten fünfzig Jahre skizziert: Ägyptens belagerter Durchbruch zu einer unabhängigen Nutzung seiner Möglichkeiten in den 1950ern (Raphael Jenny) macht den Anfang dieser
skizzenhaften Chronologie, Ghana-Erfahrungen schliessen zeitlich an, beleuchten gleich beide Seiten der Medaille (Prof. George Hagan und Hans Buser) und münden in den Versuch, unseren Anteil an diesem «Falschgeld» zu erhellen. Seine Prägung zu ächten und justiziabel zu machen (Lucy Koechlin), bleibt eine der wichtigen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Wer einen Blick auf den Bericht einer Studiengruppe über die schweizerische Glencore AG in der Demokratischen Republik Kongo wirft, der Yvan Maillard Ardenti als Beispiel für seine Darstellung der gefährdetsten Einfallstore von Korruption dient, muss folgern, dass uns ein «nostra culpa», wie es Professor Hagan von afrikanischer Seite vornimmt, nicht schlecht anstehen würde. „Nr. 158 – Korruption: Ein gemeinsames Vermächtnis“ weiterlesen

Rundbrief Nr. 65, Mai 2015

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Editorial

Seit Zanu-PF wieder alleine an der Macht ist, befindet sich die Wirtschaft wieder im freien Fall. Die verschiedenen und sich widersprechenden Aussagen der Regierung über weitere Landbesetzungen oder die Indigenisierung tragen nicht zur Beruhigung allfälliger Investoren bei.

Mit dem Partei-Ausschluss von Joice Mujuru, Didymus Mutasa und deren Anhängern ist Bewegung in die Parteienlandschaft gekommen, auch wenn sich sonst nichts bewegt (wie Eddie Cross schreibt). Zanu-PF ist gespalten. Die Ausgeschlossenen reklamieren für sich, die wahre Zanu-PF zu vertreten, haben den Parteiausschluss angefochten und bereiten die Gründung einer neuen Partei vor. Gleichzeitig versucht Simba Makoni, Präsident von Mavambo/Kusile/Dawn (Morgenröte), und früher unter anderem Finanzminister in der Regierung Mugabe, die zerstrittene Opposition auf einem minimalen Konsens zu einen. Wird das der Anfang vom Ende?

Im vorliegenden Rundbrief fasst uns Ruth Weiss wieder die Ereignisse des letzten halben Jahres zusammen. Weiter dokumentieren wir unter anderem Aspekte des täglichen Lebens, die Diamantenstory, Aktionen von Woza Zimbabwe, das Harare International Festival of the Arts und stellen die Schriftstellerin NoViolet Bulawayo vor.

Gertrud Baud,
Mitglied des Vorstandes

Inhalt

Editorial (1)
Chaos in Zimbabwe; Ein heisser, heikler Sommer; Es bewegt sich nichts – das Problem; Es ist alles verteilt – Zimbabwe-Reise

Parteien und Personen (9)
Makoni: Der Fisch stinkt vom Kopf; Mugabe will fall in 2018; Joice Mujuru

Wirtschaft (11)
Mnangagwa looted diamonds; Army chiefs
continue Marange plunder; Diamond merger costly

Zivilgesellschaft (14)
Itai Dzamara missing; Daily life of an ordinary Zim citizen; Police disturb WOZA loveday; WOZA and CSOs march; Freunde für Matibi: Direkthilfe

Kultur (19)
NoViolet Bulawayo; Irene Sabatini

Jahresbeitrag, Impressum, Unsere Quellen

Nr. 157 – Religion und Politik – eine brisante Mischung

Titelblatt Afrika-Bulletin Nummer 157Religion und Politik scheinen Kräfte freizusetzen, die in gleichem Masse imstande sind, Böses und Gutes zu tun. Unter welchen Bedingungen Religion und Politik positive Kräfte freisetzen? Die Frage ist umso wichtiger, als überall auf der Welt, wo eifrig agierende Menschen Religion und Politik mischen, es immer wieder zu blutigen Vorfällen kommt. Versuche, die Politisierung von Religion zu verstehen, die in Gewalt ausartet, legen den Finger auf prekäre Lebensbedingungen und auf westliche Heuchelei in weltpolitischen Fragen. Dies wird möglicherweise der Komplexität der Frage nicht gerecht. Vielleicht kann dieses Heft Anhaltspunkte aufzeigen. „Nr. 157 – Religion und Politik – eine brisante Mischung“ weiterlesen